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§."34. Hieraus leitet sich gleichfalls der oben für die rlufsbaukunde erwähntewichtige Satz ab: dafs, je näher der ström dem hydraulischen Beharrungsstande kömmt,das heifst, je weniger die wassermenge der obern Profile, die — der untern übertrift,.,desto geringer die Geschwindigkeit des Stromes, alles andere gleichsetzt, seyn müsse:denn der nruck der Profile auf einander wird in eben dem Verhältnisse geringer. Alsoist die Geschwindigkeit des Stromes während seines hydraulischen Beharrungsstandes,bey gleichen v T asserständen, die möglichst geringste.
In so fern also unter gewissen umständen, die wir in dem vorhergehenden §.entwickelt haben, der Druck des wassers oder jedes obern Breitenprofils auf das nächst-folgende eine Ursache der Bewegung ist, und dieselbe bey begränzten Ebbe- undrluthströmen, das heifst bey Flüssen der dritten Art, die einzige Ursache der Bewegungausmacht, so wird ein und derselbe Strom, je nachdem durch Anschwellungen seineobern Profile verstärkt werden, mit einer zunehmenden Geschwindigkeit fliefsen, denndas Vermögen des Drucks mufs sich vermehren, je höher die obern Profile gegen dieuntern stehen , d. i. je schneller der Strom in seinen obern Bezirken anschwellt, oderwelches einerley ist, jemehr sich derselbe von dem hydraulischen Beharrungsstandeentfernt.
§. 3 5. Wenn die wassermenge aller zwischen den Mündungen zweyer Neben-flüsse in dem nauptflufse liegenden Profile gleich ist: so mufs in diesem strombezirkeder Druck der Profile aufgehoben und der Strom selbst in einen hydraulischen Behar-rungsstand gekommen seyn. Dieses ist daher derjenige Zustand des Stromes, bey wel-chem der Flächenraum aller möglichen Queerprofile mit ihrer mittleren Geschwindigheitim umgekehrten Verhältnisse steht; denn die Grüfse oder der Flächenraum eines Strom-profils in Quadratschuhen berechnet, mit der mittlern Geschwindigkeit, die der Stromin jedem profil hat, vervielfältigt, giebt die wassermenge, die der Strom in dem in derBerechnung angenommenen zeitraume, wozu ich immer eine secunde annehme, führt.Diese wasscrmenge ist hier nach unserer Voraussetzung, d. i. während des hydrauli-schen Beharrungsstandes des Stromes, in allen Profilen gleich, folglich auch das obigeVerhältnifs erwiesen.
Sind demnach die wassermengen der Profile ungleich, d. i. 'wenn eine gröfsereWassermenge zuströmt als abfliefst, so ist der Strom auch nicht im Beharrungsstande.
Da ferner der Flächeninhalt des Stromes - Breitenprofils berechnet wird, indemman die darin gefundene mittlere Tiefe mit dessen Breite multiplizirt, so müssen sichauch in dieser Beziehung, während der Strom im Beharrungsstande ist, bey den Pro-filen, die rroducte aus der mittleren Tiefe mit der Breite umgekehrt wie die Geschwin-digkeit verhalten.
Wollte man also die Geschwindigkeit in einer stromstrecke vermehren, so müfstedie Breite oder die riefe oder beydes zugleich verringert werden. Sollte sie verrin-gert werden, so müfste man umgekehrt die Breite oder Tiefe vergröfsern.