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eine gröfsere wassermenge, als die demselben zunächst sind, liefern, ist aber in der Naturnicht permanent, und selbst bey den Flüssen der 3ten Art d. i. bey Ebb - und Flutlr-Strömen nur periodisch; bey den Flüssen der lten Art d. i. bey den auf unserer Erd-oberfläche stets nach einerley nauptrichtung fliefsenden Gewässer der niedrigen rlufsuferwegen, unmöglich. Diese Flüsse müssen also einen generellen Abhang haben. Bey ihnenist demnach nicht der Druck des wassers die Grundursache der Bewegung, sondernder generelle Abhang des Bettes und die Neigung; wiewohl der Druck des wassersbeym Anschwellen der obern strombezirke die Geschwindigkeit des Stromes merklichvermehrt. Ja bey ihnen ist, aufser bey schnellen Anschwellungen in den obern rlufs-bezirken, der Fall permanent: dafs die untern Elufsbezirke eine gröfsere wassermengeführen als die obern, wodurch also der Druck der Profile auf einander gänzlich auf-gehoben ist.
§. 32. Wenn indessen das Bett eines Flusses der ersten Art, auf seiner ganzen Länge,keinen Fall hätte, so würde bey dem umstände, wenn die ufer so hoch wären, dafsdie wassermasse dergestalt in den obern Flufsgegenden steigen könnte, dafs dieOberfläche des wassers eine Neigung erhielte, die Bewegung des wassers erfolgen undsolange fortdauern, als die obern Gewässer solche w T assermasse liefert, die vermögendwäre, diese Neigung hervorzubringen. In diesem Fall ist also die Neigung des Stromesdie Ursache der Bewegung in den obern wasserschichten der Profile; die cohäsion undder Druck des wassers aber in den untern. Das Flufsbett kann daher steigen, derStrom aber dennoch in Bewegung seyn und eine Neigung haben! In einzelnen rlufs-bezirken treffen wir dieses häufig an, wie die in diesem w T erke befindlichen Messungenbeweisen.
$. 33. Bey solchen Flüssen, in denen die Fluth aufwallt, d. i. bey den Flüssender 3ten Art sehen wir, dafs die Oberfläche des Fluthstromes, d. i. des rückwallendenStromes sowohl als der Boden des Flusses steigt; ein äufserst wichtiges phönomen,auf das ich weiter unten kommen werde, weil ich hier zuerst die Natur der Flüsseder ersten Art betrachten mufs.
Also sind weder der Abhang noch die Neigung allein die Grundursachen derBewegung , sondern auch der Druck des w'assers oder des einen profiles auf das ihmzunächst seyende. Bey allen Flüssen, die zuweilen mit einem hydraulischen Behar-rungsstande (§. o 1 •) fliefsen — aiefs sind die Flüsse unserer Erdoberfläche — ist eingenereller Abhang durchaus nothwendig, weil der Druck der Profile während des Be-harrungsstandes aufgehoben ist. Zu demselben BehaiTungsstande aber weder die Flüsseder 2ten noch der 3ten Art gelangen, da ihnen der Abhang fehlt, folglich bey ihnen zur Bewe-gung des wassers der Druck der Profile auf einander erforderlich ist; daher stets einegröfsere Wassermasse zu - als abfliefsen müfste, wenn unsere Flüsse keinen Abhang hät-ten. Der Abhang ist demnach, während der ström im hydraulischen oder hydrome"Irischen Beharrungsstange fliefst, die einzige Ursache seiner Bewegung.