nifs von dem zustande der genannten verschiedenen Flufsäste zu erhalten, wie notliwen*dig es sey: ihr vermögen sowohl bey einem mittlern, hohen, als bey einem niedrigenWasserstande zu untersuchen. Die erste Untersuchung dient dazu, in Erfahrung zu brin-gen, ob auch der eine Flufsast vor dem andern, in Rücksicht des hohen Sommerwas-sers und des damit verbundenen Schadens auf den Aufsendeichslanden, zu sehr be-schwert sey. Die bey einem niedrigen wasserstaiide angestellte Messung ist iii RÜck-sicht der Schiffahrt wichtig, um zu erfahren, ob nicht der eine Flufsast vor dem andernzu grofse vortheile, habe.“
„Den Fall, wenn die Flüsse ( auch noch ohne Eisstopfungen) zu einer beträchtli-chen nohe anschwcllen, habe ich dcfswegen nicht erwähnt, weil man alsdann, ohneversuche und Rechnung am besten aus der Beschaffenheit der Deiche beurtheilen kann,ob der eine Flufsast zu viel oder zu wenig wasser enthält. Als z. b. vor der im Jahre1773 gemachten Verbesserung der Stromscheidung (Tab. 14.), in Rücksicht dervertheilung des hohen Stromes, die Deiche an der nieder - Waal noch mehr als 5rufs über dem wasser hervorragten, wenn am nieder - Rheine das wasser schon mitder Krone der Deiche gleich stand: da war es evident, dafs dieser letztere mehr alsder erste beschwert war; ihr vermögen zu einander mochte nun ein verhältnifs ha-ben, welches es wollte.“
„Diese versuche, wie man es in dem Berichte der Landmesser weiter ausgeführtfindet, dienen nicht nur allein dazu, das verhältnifs des Vermögens der Flufsäste zueinander zu bestimmen (andere vortheile, welche solche Geschwindigkeitsmessungengeben, erwähne ich hier nicht); sondern sie geben auch zugleich den sichersten Be-weis von ihrer Richtigkeit; einen Beweis, der so sicher und so einfach ist, als dieproben bey dem Addiren in der gemeinen Rechenkunst. Es ist nähmlich eine ein-leuchtende Wahrheit, dafs zwey rlufsäste, z. b. die Nieder - waal und der pannerden-sche canal nicht mehr und nicht weniger wasser abführen können, als ihnen durchden unvertheilten Nieder - Rhein zugeführt wird. Folglich mufs die gefundene wasser-menge bey der Flufsäste gerade eben so viel betragen, als die wassermenge des unver-tbeilten Nieder-Rheines. Dieses triff nun in den folgenden Messungen mit einer Genauig-keit zu, welche ich selbst nicht erwartete. “ ■
Da diese versuche nicht blofs Einmahl, sondern zu wiederhohlten mahlen, nichtblofs bey einer und derselben wasserhöhe, sondern auch bey verchiedenen wasser-ständen , immer dasselbe Resultat geben: so würde es wahrlich sonderbar seyn, wennman diese uebereinstimmung eher einem unerklärbaren zufalle, als der Genauigkeitder Messungen, und der Richtigkeit der Methode zuschreiben wollte. Wenn ich michalso schmeicheln darf, hierdurch etwas zu der nützlichen Keimtnifs der Flüsse beyge-tragen zu haben; so werde ich mich dadurch für die hierauf verwandte mühe undArbeit reichlich belohnet halten. “ etc.