Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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ein hinreichendes Druckvermügen gewinnt, um diese feststehenden Eismassen zu heben,und fortzuschieben. Hat der iiufs nicht hohe ufer oder Deiche, die bis zu dieserHohe das wasser einschliessen, so läuft es seitwärts aus, verliert daher diefs vermö-gen , und dehnt sich auf die uferlande aus.

Die Eisdämme sind daher die Ursache der Hochgewässer und inondationen. Manmufs also beyin Flufsbaue immer Erkundigung von der Beschaffenheit des Eisganges ein-ziehen, und auf die Verhinderung der Eisgänge Rücksicht nehmen.

Will man also ueberschwemmungen entfernen, so müssen die Ursachen, welcheEisdamme erzeugen, vermieden werden. Diese sind, wie gesagt: Flufskrümmen, ein-zelne Erhöhungen des Bettes, fehlerhafte Vereinigungen und fehlerhafte Ableitungender Flüsse, zu enge Bahnen, zu weit in den ström gehende Bauwerke und flacheufer, über welche der Eisstrom sich ausdehnt, daher im rlufsbette selbst das vermögenverliert, die Eismassen fortzuschieben. Durchstiche, reguläre Flußbetten, und hoheufer (natürliche und künstliche) sind daher die wesentlichsten mittel: die Flufsbettenzu vertiefen, und die Oberfläche des Stroms zu senken, d. i., die Eisdämme, folglichschädliche Anschwellungen des Stromes zu beseitigen. Daher mufs man die peichehoch genug anlegen, um diese Eisdämme zu vermeiden, d. i. den Strom bis zu der,zum Eortschieben oder neben der Eisschollen erforderlichen Höhe aufzuschwellcn.

Zur Erhaltung der ufer und der uferbauten ist indessen der umstand zuträglich,dafs sich längs dem ufer; und vorzüglich auf die ufer, entweder die Eisschollen zu-erst ansetzen oder aufhäufen, dafs über dieselbe sich der Eisgang aufwirft, und soeine Eisdecke entsteht, die gegen die, im Flusse treibenden, Eisschollen sowohl dasufer als die Bauwerke beschützen.

§. 77. Als eine Ursache, die die Geschwindigkeit des fliessenden Wassers verrin-gert, mufs auch das Fortwälzen des Flufsmaterials und der umstand gezählt werden,dafs in dem stromwasser^eine menge Thon, sand und Erde schwimmt, sobald derStrom von Regengüssen oder schneewasser hoch anläuft. Das Flufsmaterial wird näm-lich nach und nach Flufs abwärts gewälzt; wozu eine gewisse Kraft erforderlich ist,und deren Ausübung nothwendig die Geschwindigkeit verringert. Widerstand und Hem-mung des Stromes wird auch durch das Material, woraus das Flufsbett besteht, da-durch hervorgebracht, dafs das wasser davon eine Adhäsion erfährt. Dieser mit derAdhäsion verbundene widerstand wird nun natürlich bey einem Flusse, dessen nettaus feinem sande besteht, der gleichsam von dem wasser durchdrungen ist, geringer,als bey solchem, welches ein festes Kieslager bildet, oder das aus, die Adhäsion ver-mehr endem Thonboden besteht, seyn müssen. Doch ich will von der natürlichen Be-schaffenheit des Materials der Flufsbetten, und ins besondere von dem des nieder-Rhemes, so wie von dem widerstände, den es leistet, einiges anführen.