Bänken liegen. Das Abschleifen erfolgt nothwendig um so schneller, je rapider derStrom fließt (**). Es ist diese Arbeit der Natur auch mit dem künstlichen Abschleifenmit sehmcrgel zu vergleichen. '' Dafs selbst die gröfsten Steinmassen abgeschliffenwerden, sehen wir an solchen, die in Flüssen liegen; denn sie werden immer glatteund runde Oberflächen haben, wenn sie nicht aus Basalten, die wegen ihrer Härte wenigvon ihrer Form verlieren, bestehen. Das erstere beweisen auch unter andern diegrofsen steine, welche unter uöndorf in dem Rheine liegen (xab. 4). Sie mufstennoch im 15ten Jahrhundert rauhe Porphyre seyn, denn damals sind sie von dem■rhurme des Schlosses nrachenfels , den steilen Berg hinab in den Rhein gerollt. Eswurde nämlich in dem 13ten Jahrhundert, dem Grafen dieser Burg, von dem Kaiseraufgegeben, den baufälligen, und zum Theil schon eingestürzten Thurm abtragen zu.lassen, weil sein Einsturz eine gänzliche Sperrung des Rheines zur Folge haben müsse.Diese Porphyre, welche damals eine rauhe Oberfläche hatten, (wenn man nach denübrigen Ruinen urtheilt) sind jetzt glatt und rund abgeschliffen. Noch schneller undkräftiger, als der mit trübem Material angefüllte Strom, bewirkt der Eisgang das Ab-schleifen der steine, der Kiesel und des Grandes, besonders an dem Grundeise. Andem Eise frieren eine Menge Steine, und dergleichen Materialien fest, die Eisschollen,welche eine feste Kruste haben, schleifen über die steine weg, und rollen sie vonihrem Lager. Stärker als die gewöhnlichen Eisgänge wirkt aber das Treib - oder Gnmd-Eis auf das Material des Bettes, weil es gewaltsam über den Boden, und vorzüglichüber die untiefen geschoben wird. Es reibt daher das in ihm festgefrorne Materialüber die Kiesel, zerreibt diese, oder rollt sie aus der stelle. Je stärker also derAbhang des Bettes ist, desto leichter rollen die Kiesel fort, desto weniger materialbleibt im Bette liegen. Wir sehen daher: dafs die Eisgänge zur Reinigung der rhifs-betten wesentlich heytragen. Und ohne zweifei würden diejenigen stellen des Bettes,worüber die Geschwindigkeit des Stromes nicht sehr beträchtlioh ist, längstens mitMaterial aller Art angefüllt seyn, wenn die Kiesel sich nicht untereinander abschliffen,und das rlufsmaterial nicht auf diese weise allmählig in Sand und Erde verwandeltwürde. Aber nicht blos Kiesel, sondern auch grofse steine frieren in das Eis fest.Es ist daher wieder für den uferbau, und für die ufer selbst sehr wohlhätig, dafsbeym Anfang des Frierens eines Flusses sich Eisschollen längs den ufern aufwerfen,die dann das Einfrieren der steine, und des obern tIigAs eines Bauwerkes erschweren.Noch besser für Bauwerke ist der umstand beym Aufgehen eines zugefrornen Flusses,der darin besteht: dafs viele Eisschollen gleich anfänglich vom Strome nach den uferu_ gedrückt, und also darauf, so wie auch auf die uferbauwerke gelagert werden. Ia
C ) Vielleicht hat auch selbst das feinste Material, welches in der ganzen rlufsmasse vertlieilt ist, nochgiofsetr Einflurs auf die Geschwindigkeit des Stromes; denn es könnte aus solcher Mischung bestehen,wodurch der Abflufs gehemmt wurde. Eine chemische Untersuchung des Bodensatzes wird also kei-neswegs überflüssig seyn.