98
der Wissenschaften seine in Asien gemachten Entdeckungen mittheilte, angemerkt: „dafsdie Flufsbetten dort aus rundeii granitartigen nieseln bestehen, und dafs der feinerlufssand aus diesen entstehe (i).“
Davon, dafs der Boden der Flüsse Dachziegel - oder schuppenartig gestaltet seynsoll, wie Buat will (*), mufs hier bemerkt werden, dafs ich in den Flufsbetten sol-che Furchen nur da angetroffen habe, wo der wind das wasser bis auf den Boden(über seichte stellen) bewegt. Diese Absätze des Sandes trift man auch auf denwatten vor dem Meeres - Gestade an, sie sind also keineswegs Wirkungen des strö-menden wassers.
Was wir von der Abschleifung der Kiesel gesagt haben, sey nunmehr mit einerErklärung des Naturkundigen Saufsure (k) beschlossen: Er sagt: „Bereiset der Na-turforscher die hohen Gebirge, wo die Flüsse entspringen, so sieht er, wie die ecki-gen steine ihre Kanten allmählig verlieren, und sich abrunden. Vorzüglich habe ichdiese merkwürdige Beobachtung in der Nähe grosser Eismassen, woraus die Aar, dieRhone und der Aveiron etc, mit ongestümm hervorschiessen, gemacht.“ Ferner: „Wermit Aufmerksamkeit die rage der fortgewälzten steine und die Bruchstücke v«n Felsenwelche in dem Thale unsers Sees (des Genfer), und die auf den benachbarten Gebir-gen liegen, untersucht, der wird sich überzeugen, dafs sie von dem wasser fortge-wälzt sind. “
§. 79. Ein Bodensatz oder Schlick anderer Natur ist derjenige, welcher daselbstangetroffen wird, wo sich das klare Flufswasser mit dem salzigen, keinen schlick ab-setzenden Meerwasser vereinigt. Wenn man nun erwägt, dafs das Meerwasser längsallen Küsten nicht die geringste Masse von schlick absetzt, der nur da angetroffenWird, wo es sich mit dem süssen wasser vermischt, und derselbe aus salztheilen,aus Sauerstoff und Thon, aus sand und Erde besteht: so kann man wohl mit Rechtannehmen, dafs die Vermischung des fiifsen mit Thon geschwängerten Flufswassers mitdem salzigen seewasser den schlick entbindet, indem auf diese weise die in demMeerwasser enthaltenen kalchartigen und erdigten Theile abgesondert werden.
Die Erhöhung der Flufsmündungen und Meerbusen, und die watten, dürften so-nach entstehen: 1°. Von dem Flufsschlick, der aus einer Mischung von Erden, Thonund Kieselsand besteht. 2°. Von dem Material, welches der Strom - und Wellenschlagvon den ufern lofsreifst. 3°. Aus dem durch die Mischung des lufsen wassers mitdem salzwasser aus diesem letztem entbundenen Gemische von Kalch -, salz - undErdetheilen. Endlich wird auch 4°. das Regemvasser, indem es Sauerstoff enthält, den
(i) Frist Mechaaica universa. p, 2. iib, 1 .
(*) Principes d’uydtaulique §. 72.
(k) Voyages dans les Alpes Tab. n.