Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
97
JPEG-Download
 

Q7

unter allen diesen Flüssen hat die Donau die geringste Geschwindigkeit, welche nichtso grofs bey Wien, als bey Regensburg ist.

Aus diesen Erfahrungssätzen ist es demnach Mar, dafs Guglielmini sehr richtigüber die zermalmung der Kiesel geurtheilt hat, indem er sagt: „dafs man es nichtfür etwas sonderbares ansehen dürfte , wenn die Flufsbetten nicht mit Kiesel angefülltwaren, weil diejenigen, welche in den Flufs kommen, und die, welche darin zermal-met werden, gleich zahlreich sind.“ Er behauptet ferner, dafs der Abhang der Flüsseabnehme, je nachdem die specifische schwere des Materials, welches sie führen, leich-ter sey (g). Er leitet dieses so ah: Je leichter die Stoffe sind, desto weniger wi-derstehen sie dem wasser, und mit desto glücklicherem Erfolge kann der Flufs seinBett ausliöhlen (lr). So richtig auch das Erste ist, so kann man es doch nicht demMateriale zuschreiben, wenn die Flüsse schnell oder langsam fliessen, sondern es triftnur in der Eigenschaft der Flüsse zu, dafs diejenigen, welche einen geringem Abhanghaben, auch kein grobes Material führen, wie diefs auch bereits hinlänglich gezeigtworden ist. Die Natur kennt die Gesetze, womach sich die Flüsse in ihrem tauferichten, sie gab also denjenigen Flufsbezirken einen gröfsern Abhang, in welchemKiesel geführt werden, als denen, worin nur sand abrollt, damit eine solche Ge-schwindigkeit entstände, vermittelst welcher der Kiesel fortgerollt werden könne,uebrigens hängt auch der widerstand, den das Material leistet, von dem gröfsernoder geringem Abhange des Bodens ab : denn auf einem stark abhängigen Boden kön-nen die Kiesel leichter fortrollen, als auf einem wenig abhängigen. Ungeachtet dieserrichtigen vorstellungsart, haben einige dafür gehalten, dafs der Eisgang bey gleicherGeschwindigkeit auf einem horizontalen Boden stärker, als auf einem abhängigenwirke. Diese werden aber nothwendig vorauszusetzen gezwungen seyn, dafs einejede iläche, welche mit der Richtung des stosses parallel liegt, den gröbsten Stofs er-halten müsse. Verdient diese Voraussetzung aber wohl widerlegt zu werden ? Unddann ist ja noch auf einem stark abhängigen Boden die Geschwindigkeit gröfser, alsauf einem horizontalen, wie sogar aus der Mechanik hervorgellt. Da nun der ström«und Eisgang, der über einen abhängigen Boden strömt, das Bett zu vertiefen strebt;so fällt der Boden der Flüsse auch jähe, und steigt allmählig oder sanft; welches dierrofile Tab. 17. beweisen.

78. Dafs sich die Flufskiesel unter einander ahreiben, diefs ist auch von sehrberühmten Naturforschern erwiesen. Pallas hat, indem er der Petersburger Akademie

Cg) Nuova raccolta d’autori, che trattano del moto dell’ acqua, Vol. II, Cap. V. Prop, V.

00 Ibidem pag. g 2 , Er sagt: Ja prima causa a ftabilire l’alveo de’ Fiumi e la condizione della Materia,deila quäle sono composte le ripe, ed il fondo , poiclie le terre areuose cedono piir facilmeiue alla forzadeli acqua corrodente, die le eretose, equeste piii facilrnente, che il fafso. La seconda e la situa.zione del fondo, o delle ripe del fiume, essendoche quanto piii sara declive un fondo areuoso, oghiajoso tanto piu 3a medesima forza dell’ acqua sara potente ad escayarl»,

N