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Um diese Materie abzuhandeln, wird es zuvörderst nöthig seyn, eine kurze Erklä-rung zu geben:
Von der rluih im Weltmeer und längs den Küsten.
84. Seitdem Newton die Anziehungskraft der Himmelskörper erwiesen hat,und die Gelehrten aus dem regelmäfsigen und periodischen steigen und Fallen desMeeres (die Wirkung der stürme abgerechnet) geschlossen haben: dafs nicht nur derMond, sondern auch die sonne die Oberfläche des oceans anziehe' — also erhebe —und dafs die Anziehungskraft dieses Körpers auf den ocean sich zur Attractionskraftjenes verhalte, wie 1:3 (s); so ist es keinem Zweifel mehr unterworfen: dafs dieErhebung des Meeres ein Maximum seyn müsse, wenn die sonne und der Mond wäh-rend den sysigien mit ihrer Anziehungskraft gemeinschaftlich die Masse des oceanserheben; das ist, wenn die Mondes - und sonnenfluth zusammen trift. In den Qua-draturen mufs sonach die Erhebung des Meeres ein Kleinstes seyn. In den Aequinoc-tial - sysigien ist die Fluth höher, als in denen der solstitialzeiten; ferner steigt dieFluth in den Quadraturen der solstitien höher, als in denen der Nachtgleichen. Auchhat die Declination der sonne und des Mondes einen Einflufs auf das steigen des Mee-res. Der Unterschied des hohen und niedrigen Meeres (die Fluthhöhe) ist also einGröfstes, wenn der Mond zu den Herbst - und Nachtgleichen in der Erdnähe ist unddurch den Erdäquator passirt. Das Maximum und Minimum der Fluth haben wir anden misten nicht auf den Tag der sysigien und der Quadraturen, sondern einen oderzwey rage später. La place fand aus einer Menge zu Brest angestellten Beobachtun-gen: dafs jenes 35f stunden nach den sysigien und dieses 38 Stunden nach den Qua-draturen erfolgte. Da aber beyde Zeiten gleich seyn sollen, so liegt die Abweichungin den Fehlern der Beobachtungen.
$. 85. Die Erhebung des Meeres ereignet sich regelmäfsig so: dafs die Zwischen-zeit zweyer Fluthen (bey einer windstille) einen Mondestag oder 24 stunden So^Ö"ausmacht, und also das niedrige und hohe wasser um 6 st. i2'37" von einanderentfernt ist. So ist also nach 24 st. die mittlere tägliche Verspätung = 50 / 28 /y . DieseVerspätung ist jedoch öfters, je nachdem die Küste und die Meerbusen situirt sind, nichtdieselbe. Wenn das wasser zum höchsten gestiegen und zum niedrigsten gefallen ist, soentsteht allemal ein beharrlicher Zustand (ein Stillstand) ; derselbe war z. b. im Febr. 1298im Maarsdiep (im Mittel) nach der Fluth 26 Minuten 11 secunden, nach der Ehbe23 Min. 17-y sec.; in der Mündung des vliestromes 15 Min. 25-§• sec. nach der Fluth,und 15 Min. 17? sec. nach der Ebbe. Diesen Stillstand möchte ich den Gleich ge-wichtsstand nennen. In den Meerbusen ist er sehr grofs, und desto gröfser, je weitersich dieselben von den Seemündungen zurückziehen. So war er z. b. bey spaarndam
CO Mexnoirs* de l’Academie, de* Science* 1790, p, 5 j»
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