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Die Tiefenmessung mit dem senkbleye ist aber in rapiden und tiefen Fliissen,mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Der heftige Strom treibt das Boot, ausdem die Operation vorgenommen wird, während man das senkbley sinken läfst, fort,und ist dieses nicht wenigstens 100 pfund schwer, so wird es zu weit vom Stromemit fortgetrieben. Auch werden, wegen der Krümme, die das Seil annehmen mufs,die riefen etwas zu grofs gefunden, Demnach wäre es dienlich, ein so feines, unddennoch hinlänglich starkes Seil, als möglich, und zu dem Gewichte eine bleyerneKugel zu wählen, weil bey dieser Materie (*) und Form das wasser die kleinste Wir-kung auf dasselbe äufsern kann. Selten läfst sich auch im schnellen Strom das seilvollkommen anziehen, Ferner ist das Bemerken der Tiefe an dem seile sehr be-schwerlich ; denn es mufs bald auf - bald abgewickelt werden. Soll diefs Manöver mitGenauigkeit geschehen, so mufs man das Boot vor Anker legen, und alsdann wird esin Holland bey beträchtlichen riefen mit Nutzen angewendet, sonst aber sind dieSchwierigkeiten mit dem senkbleye noch überdem mancherley. Eine Tiefenmessung,die man damit in denjenigen rlufsbezirken, welche in den Kupfertafeln dieses Ban-des gemessen sind, vornehmen wollte, würde für zwey Ingenieure eine Beschäftigungfür mehrere Jahre abgeben. Ich rathe daher, diese Operation, da wo die Tiefe nichtüber 6o Fufs ist, mit reilstangen und nicht mit dem senkbleye vorzunehmen.
Sobald nun das Brouillon der hydrotechnischen Karte, welche den Flufs mit al-len Inseln, Sandbänken, Bauwerken, und die Flufsgegenden mit allen Deichen, Sielen,darstellt, ausgezeichnet ist, wird die Tiefenmessung, bey einem ziemlich niedrigenWasserstande, und während einer windstille, vorgenommen. Im Rheine längs demBergischen wurde sie von mir 17Q4 bey 3 bis 4 schuh Düsseldorfer pegelhöhe, und imRh eine unweit Darmstadt (1797) bey lObis 12 zoll am Erfelder Pegel bewerkstelligt. Auf derKarte mufs die wasserhöhe, wobey die Tiefen gemessen worden, auch noch bemerktwerden. Man könnte diesen wasserstand das peilwasser nennen. Die gefundenenTiefen werden gleich in der Karte, an den puncten, wo sie gemessen wurden, mitßley eingeschrieben und an jedem Tage auf den Null - punct des Pegels reducirt;so wie diefs auf Tab. 3., 16., und in mehreren stromkarten, die in diesem werkeVorkommen, geschehen ist. Der vortheil, welcher aus dieser Reduction entspringt,ist dieser: wenn in allen Flufskarten der Null - punct der Pegel oder der bekannteniedrigste wasserstand ein für allemal angenommen wird, um von ihm an, die Tiefenunterhalb desselben anzuzeigen, und die untiefen, welche höher, als dieser Null-punct liegen, nach der pegelhöhe zu rechnen, so übersieht man mit einem Blickealle die Abwechselungen vom Steigen und Fallen des Bettes, die es in einer Reihe vonJahren erlitten hat. So zeigen z. b. die auf den Kupfertafeln I. II. IV. V. bis IX. stehendezahlen die Tiefen in rheinländischen schuhen, wenn der Rhein am Null - puncte de»
(*) Denn oold, Silber und riatina wird man wohl nicht dazu gebrauchen.