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Wer sich an mehrern strömen umgesehen hat, der hat bald erfahren müssen,dafs die meisten rlufsdeiche oder Dämme nicht auf eine und dieselbe ueberschwem-mungshöhe aufgeführt sind; ja, dafs ein und derselbe Deich nicht einmal mit demGefälle des Flusses fortlauft; dafs mehrere Deiche, da wo die Eisdämme den Stromsehr hoch aufstauen, niedriger liegen, als an andern weit weniger gefährlichen stel-len. Er wird ferner öfters vergeblich nach der Hohe der Deiche in Rücksicht der re-gel fragen, und selten wird er eine Antwort auf die Frage erhalten: wie hoch dieufer und die Gegenden liegen, die den ueberschwemmungen ausgesetzt sind.
Wie kann aber ein oeich zweckmäfsig angelegt, eine Gegend vor ueberschem-mungen hinlänglich geschützt werden, wenn man nicht ein Nivellement von der Ge-gend, und von dem Flusse zum Grunde legt? Die Deichlinie kann ohne solche Mes-sungen nicht bestimmt werden, weil sie durch das Local, so wie durch die Nachrich-ten von dem zuge der Eisgänge und ueberschwemmungen ausgemittelt werden sollte.Auch die Hohe und stärke der Deiche kann da, wo ein Nivellement der Gegend, wel-ches immer auf die pegelhöhe reducirt werden mufs, fehlt, nicht bestimmt werden.Denn, wenn gleich das Material, woraus der Deich aufgeführt werden soll, durchausgut wäre; so wird sich doch die stärke und Hohe der Deiche, nach den Hohen unddem zuge der ueberschwemmungen richten müssen. Und wie kann diefs alles ohneNivellement genau ausgemittelt werden ?
Man mufs ferner öfters durch das Nivellement bestimmen , auf wie viel schuh und zoll regelhöhe dieses oder jenes ufer, diese oder jene niedrige Gegend und In-sel, diese oder jene Schlucht, wodurch die ueberschwemmungen vorzüglich strömen,liegt. Ohne die Neigung des Stromes zu kennen, ist es nicht möglich, über die Ein-mündungen der Nebenflüsse und canäle, noch von den ueberschwemmungen des Haupt-flusses, so wie über die Veränderungen, die hier mit Nutzen zu machen wären, gründlichzu urtheilen. Eben so wenig läfst sich, ohne Nivellement, weder über die Lage verschie-dener Flüsse gegen einander, noch über die Höhe, welche die Deiche in Rücksicht der ue-berschwemmungen und der Eisgänge haben sollten, etwas zweckmäfsiges anordnen.Hat es aber der Ingenieur bewerkstelligt, so wird er in seinem Zimmer, aus den tägli-ich observirten wasserhöhen, die er sich mittheilen läfst, beurthcilen können, welche»eiche vorzüglich dem Angriffe des Stromes und der Eisgänge blofsgestellt sind; obnach der Hohe der ueberschwemmungen gerechnet, dieser oder jener Deich in Gefahrkommt, oder oh diese oder jene Gegend überströmt wird. So würde z. b. eine Rheinan-schwellung, die bis zu 18 Fufs am Erfelder Pegel stiege iab. 3., bereits über den Erfelder »eich, beym norfe Erfelden, lOf zoll hoch überlaufen, weil er daselbst auf 17 Fufs2f zoll pegelhöhe liegt; und es wäre also nöthig, schon bey einem niedrigem was-serstande die gehörigen Vorkehrungen zu den Aufdämmungen zu treffen.
Die Bestimmung des Gefälles vom Flusse, oder der Neigung ist, zur zweckmäfsigenAnordnung der Bauwerke längs den vfern, gleichfalls nöthig, Da wo sie fehlt, kann