Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
151
JPEG-Download
 

131

nachher über den Effect, welchen die Bauwerke hervorbringen, urtheilen. So wirdz. b, bey einem fallenden Boden eine itribbe, die in den rlufs hinein gelegt wird, denStrom auf eine gröfsere strecke abweisen, als bey einem steigenden. §. 50. Schondieses einzige angeführte Beyspiel beweifst, dafs es, ohne von der Lage der rlufsrinneunterrichtet zu seyn, nicht möglich ist, zweckmäfsige Entwürfe zu machen.

Sind nun diese Tiefenmessungen angestellt, auf den niedrigsten wasserstand reducirtund in die Karte eingetragen, so wird der Ingenieur in denen Flufsbezirken, wo es nö-thig ist, nach verlauf einiger zeit, die Messungen gerne wiederholen, um zu erfahren, wel-chen Effect die werke geleistet haben. Er wird, indem er von den Veränderungendes Bettes sich unterrichtet, seine Erfahrungen und seine praktischen Kenntnisse sehrbereichern. Endlich wird, aus solchen Messungen, das Gouvernement erfahren, obder Ingenieur mit der Natur der Elüsse und mit den Wirkungen , die seine Anlagen her-vorbringen sollten, bekannt war.

§. 115. Bey den Tiefenmessungen, die in solchen Flufsbezirken geschehen, wel-che vermittelst der Anlagen merklich vertieft werden sollen, und deren nett mannicht bereits kennet, mufs zugleich die Untersuchung 'über das Material des Bettesund der ufer, und zwar a) mit einer solchen Stange, die zu den Tiefenmessungengebraucht wird, oder b) mit dem Erdbohrer, vorgenommen werden.

a) Da die Stange mit einem eisernen Schuhe versehen ist, und man sie überdem Boden, während die Tiefenmessung geschieht, wegrutschen läfst, so kann man durchdas Aufstofsen derselben auf den Boden das Material dieses Bettes, wenigstens an seiner ober-flache beurtheilen, wie diefs z. b, auf der 3ten Kupfertafel Fig. III. angedeutet ist. Kommtman auf sehr lockern Boden, so wird die Stange in denselben hineingestofsen, daalsdann die Beschaffenheit des Bodens auf einige schuhe tief in Erfahrung gebrachtwird. Dieses Mittels haben sieh die holländischen Ingenieurs, vorzüglich bey den.Messungen im Y vor Amsterdam , bedient.

Die Bestandtheile der ufer werden bey niedrigem Strome untersucht, und dieResultate von allen diesem Werden in die hydrotechnische Beschreibung des Stromeseingetragen und auf der Karte angedeutet. Siehe Tab. 5.

$-• 114. Zur hydrotechnischen Darstellung eines Flufsbezirkes mufs auch dasNivellement, oder die Bestimmung der Neigung des stromstricbes gezählt werden. IVr-velliren oder wassei'wägen heifst die Hohe eines gegebenen punctes über oder unterder Horizontal - Fläche eines andern gegebenen punctes zu finden.

Da es eine überflüssige weitläuftigkeit seyn würde , die bekannten Instrumente,womit man bis jetzt nivellirte, zu beschreiben, so soll nur dasjenige Instrument er-klärt werden, dessen ich mich zu den, von mir am Rheine , und mehrern deutschenFlüssen, gemachten Nivellements bediente. Wegen den übrigen Instrumenten ver-weise ich auf den sten Theil von Mayers unterricht zur praktischen Geometrie.