§. 120. Noch eine Vorsicht, die man hey dem Nivelliren zu beobachten hat,mufs hier erwähnt werden. Es kann nämlich die ungleiche Erwärmung der ruft aufeiner Station, einen unterschied in den Resultaten geben.
Fig. 10. Tab. 19 . stellt nämlich ein profil am grofsen woog (ein in derNahe von Darmstadt liegender Teich) d. i. in der Nähe eines stillstehenden wassersdar. a b ist eine ziemlich hohe, weifs überworfene Mauer; c d eine Fufsbank, unda r sind Weinberge hinter dieser Mauer; d e ist flaches ufer; e f g die Oberfläche desWassers; h i ein hoher Damm von Erde mit Bäumen bepflanzt, hinter welchem diesonne hervorschien, den Schatten h f machte, und an der andern Seite von der wei-fsen Mauer ab so heftig zurück prallte, dafs die Hitze hier sehr grofs war, wodurchdie ruft an dieser Seite des woogs so viel elastischer, und folglich auch dünner, alsan der Seite des Dammes war. Die Beobachtung geschah mit meinem genau berichtig-ten Schröderschen Instrumente, folgender Gestalt: In e und g, 47 Ruthen von ein-ander entfernt, wurden kleine, oben platte pfähle- genau bis zur Oberfläche des Was-sers eingeschlagen, hierauf das Instrument in e horizontal gestellt; die Hohe der Axee k gemessen, und diese, wegen des scheinbaren, zum wahren Horizont reduciii*von G bis m abgetragen. Der punct l aber, der in der Axe des Rohres erschien, war3,75 Linien darunter. Der versuch wurde mehrere mahl wiederholt, und gab jedesmahl, ohne die geringste Abweichung, dasselhe Resultat. Auf eine gleiche weise wur-de von g nach k wiederholt hinüber gewogen, und der punct s, der in der Axe desRohres erschien, w 7 ar jedes mahl 5,25 Linien niedriger, als k. Rechnet man nunauch, dafs mit dem Instrumente, wie wir oben gefunden haben, nur eine schärfebis zu 2,15 Linien angegeben werden könne (und diese schärfe darf hier zuverlafsigangenommen werden , da dafs verfahren nicht blofs mit aller möglichen Sorgfalt ge-macht wurde, sondern auch bey wiederhohlungen dieselben Resultate gab); sobleibt jene Erniedrigung Aon E zn g = 3,75 -— 2,15 ~ 1,6 Linie, und die von Mnach k = 5,25 — 2,15 = 5,1 Linie; und diese beyden Erniedrigungen wären alsodie Wirkungen der Strahlenbrechung wegen der verschiedenen Erwärmung der Luft.Von dieser Wirkung einen ungefähren Begriff sich zu machen, wird die Vorstellungdienen , dafs unendlich dünne Luftschichten parallel mit f h von gleicher Dichtigkeitwaren, wefshalb, wie wir vorne gesehen haben, der Lichtstrahl in einer krummenLinie zu dem Auge kommt. Für die Erscheinung wird cs gleichviel seyn, die ganzeBrechung in der Scheidung des Lichtes und des Schattens hey F h anzunehmen, sodafs der Strahl eines leuchtenden punctes l, nicht nach der geraden Linie l n o fort-geht, sondern in n gebrochen wird, und hier, weil er in ein dünneres Mittel-kommt,von dem Perpendikel p n auf die brechende Fläche, sich entfernt, und nach der ge-raden Linie n k zu dem Beobachter in k kommt, dem also der punct l in m er-scheint. Eben so scheint dem Auge in m der punct S in k zu seyn. Da die bey-