Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Flofsbahrc oder Bergflüsse können aber niemals eine zu grofse Geschwindigkeit,vermittelst ihrer Geradeleitung, erhalten: wenn der Ingenieur nur für die Begründungihrer Bahn mit Faschinen - Dämmen oder mit den auf einen Faschinenbau liegendenErddämmen sorgt Die Geschwindigkeit dieser Flüsse ist nämlich zu grofs, als dafsdenselben blofse Erddämme widerstehen könnten. Je reissender ihr hoher Strom ist,desto weniger bleibt das, aus dem Gebirge von ihnen herabgerollte Material in ih-rem nette liegen, desto tiefer können sie dieses aushöhlen und desto seltner werdensie also über die wirklichen ufer und Faschinen - Damme treten. Gewöhnlich fliefsensie in ihrem natürlichen zustande durch blofse Kiesflächen, über welche sie sicn er-giefsen, und theilen sich in eine menge Aerme. So fliefst die Isar , die Salzach, diesala, der Lech, die aIz und Iller in Eaiern. Bergflüsse, die mir viel zu schaffen ma-chen , und an denen ich bereits bedeutende Anlagen und Durchstiche ausführte, welcheich, der vielen Kupfer wegen, in diesem werke nicht alle anführen werde. Da, woes also geschehen kann, mufs ihr Bett in zwey ilufsbctten gebildet werden; das tie-fere mit Faschinen - Dämmen zu begrenzende Bett führe den vollen - Strom, d. i., beyunsern Bergflüssen den Strom zu einer nöhe von fünf bis 6 Fufs über den niedrig-sten stand, und der höhere finde seine ufer an hohen die höchsten Anschwellungenübersteigenden Dämmen, deren vordere Böschungen entweder mit steinen bedeckt, mituolz bepflanzt, oder mit grünen faschinenbauartigen Buschlagen, die Reiser treiben,bedeckt seyn müssen- Ausnahmen leidet jedoch die Maxime: das tiefere Bett in dieMitte der sahn zu legen;, denn man mufs es zuweilen an der einen Seite führen, wieich diefs mit der Isar oberhalb München (xab. c.) gethan habe. Bey diesen Berg-flüssen mufs vorzüglich die Stromrinne in der Mitte der tiefen Bahn gelegt werden,weil, wenn der stroinstrich seiner bedeutenden Neigung wegen, die z. b. bey der Isar sich zur Länge wie l : 400 verhält, das eine ufer angreifen würde, gleich auf dasentgegengesetzte ufer sich wirft, und so von einer Seite zur andern serpentirt, woalsdann die Bauwerke den Angriffen des Stromes unaufhörlich ausgesetzt sind, unddaher nach einigen Jahren von denselben untergraben und so zerstört werden,

§. 147. Eine dritte Art von Flüssen sind die langsam fliefsenden, welche beymvollen- ström nur eiue Geschwindigkeit von zwey schuh haben. Diese müssen (wennman sie nicht blofs als Sammelteiche zur Betreibung der Maschinen benutzen will)wobey auf den vortheil der uferlande nicht Rücksicht genommen würde, soviel alsmöglich zur Beschleunigung ihres Laufs gerade geleitet werden, vorzüglich wenn sieversandet sind, die uferlandc überschwemmen, oder dieselben ertränken, und inMoräste verwandeln; oder wenn sie endlich die Auswässerung der uferlande undrlufspolder-, ihrer hohen Lage wegen, stören, d. i., das Binnenwasser nicht aufneh-men. Der Ingenieur sollte daher ihrem Bette einen hydrotechnischen Abhang (§.50.) vermittelst der Geradeleitung der gröfsten Krümmen, geben. Ein solcher regel-mäfsig fallender Abhang mufs, indem er eine schiefe Fläche bildet, nothwendig an-