Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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werke müssen daher die Hohe des rollen - Stromes haben, um mit demselben auf dasseit zu wirken, also dessen Vertiefung hervorzubringen. Je tiefer nämlich das ge-sammte rlufsbett gehalten wird, desto weniger kann der ström hoch anlaufen und seinenatürlichen oder künstlichen ufer übersteigen (§. 36 .) Zur Erreichung dieser Absichtwird also der wasserbaukundige sich öfters nicht allein der Bauwerke und der Durch-stiche, sondern auch wohl angelegter Dämme bedienen, welche den Eisstrom in be-stimmte Profile beschränken , daher seine Geschwindigkeit vermehren. Alle neichan-lagen sollten demnach auf den Lauf des Stromes keinen nachtheiligen Einflufs haben!Also mufs man stets die Deichlinie bey dem Flufsbau in Erwägung ziehen. Ja! dieHauptdeiche dürfen weder in dem rüg der die Eisdämme verursachenden Serpentinenohne Noth hinein gelegt werden , noch niedriger als die höchsten Eisströme lie-gen, und sich dem jenseitiger! hohen ufer mehr nähern, als die hohen natürlichenufer längs einer geradelinigten und parallelen Bahn entfernt sind. Man sieht also dar-aus, dafs der Deichbau mit dem Flufsbau in engster Beziehung steht. ($. 65. und 80.).

§. 152. Auch bey dem Brückenbau mufs der Ingenieur die Flufsbaukunde zuuatiie ziehen. Es nmfs nämlich 1 ) bey schiffbahren Flüssen mit der Brücke die rro-filweite nicht über die Breite der nächsten parallelufrigten und geraden rlufsbahn,worin zur Schifffahrt eine hinreichende Tiefe statt findet, geschmälert werden.2) Sind die vordem wände der Widerlager, die Joche und rfeiler der Brücken, nurin der Richtung der bestehenden oder durch hydrotechnische Anlagen zu rectificiren-rlufsbahn zu legen, damit der Abgang der Eismassen und des Stromes nicht gestörtwerde. Zu Ausnahmen ist der wasserbaukundige nur da, wo die Lage der Städte, Dör-fer oder Gassen durchaus eine Abänderung nothwendig machen, berechtigt. 3 ) Müs-sen die Brücken - rfeiler, deren vorköpfe und die Umgebungen der Joche, eine solcheForm erhalten, dafs sie nicht nur den Strom und die Eis-Massen gut spalten, son-dern auch unterhalb der Brücke selbst keine widerströme und Wirbel hervorbringen,welche eines xheils der Schifffahrt gefährlich sind, andern riicils die Geschwindigkeitdes Stromes und Eisgangs verringern; daher Aufstauung des erstem und Festsetzungdes letztem oberhalb der Brücke erzeugen. Zur Erreichung eines ungestörten Lau-fes des Stromes müssen daher die Brücken - rfeiler und ihre Umgebungen vorne nacheinem Halbkreise gestaltet und daselbst breiter, als stromabwärts seyn; hier aber aus zweyenKreis - stücken bestehen und spitz zulaufen. Diese Figur verhindert, wie die Erfah-rung zeigt, die wirbel und widerströme , welche wir gleich unterhalb der anders ge-stalteten Brücken - rfeiler antreffen. 4 ) Ist die weite der BÖgen so grofs als möglichzu machen , damit die Eisgänge und der ström keine Hindernisse in ihrem Laufe er-fahren. Zur Erreichung der letztem Absicht sind nun vorzüglich die von mir erfun-denen Bogenhrücken, deren ich bis jetzt siebenzehn in Baiern , welche 80 bis 215schuhe weite EÖgen haben , erbaute, sehr zweckmässig. Der Leser, welcher dieseeonstrucktion nicht kennt, und sich damit vertraut machen will, findet darüber in