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Flusse und an den ufern statt finden kann, zu welchem zustande doch nach vielenSchriftstellern die Betten gebracht werden sollen und müssen, nicht möglich sey; Vor-schriften, die sich allenfalls in einer Zeichnung r aber nie in der Wirklichkeit befol-gen lassen. Die Natur steht ja auch in keinem rfieile ihres Gebiethes stille , warumsoll sie es denn bey den Flüssen thun ? Alles, was wir also mit Hülfe der wasser-baukunde bewirken können, ist: die Flüsse so unschädlich, als möglich, zu leiten,und nie von den ächten, durch Erfahrung bestätigten, Grundsätzen abzuweichen.
§. lÖO. Ich habe also jetzt noch diejenigen werke, womit man die Flüsse in.zwey Arme theilt; die Flufsarme zudämmt, die in die Flufsbahn frey hineingehendenBauwerke und die uferbau näher zu betrachten.
Zuerst will ich von ihrer Form, stärke und Hohe , dann von ihrer tage undRichtung auf den stromstrich, und endlich von der Entfernung, auf welcher sie voneinander zu legen sind, handeln.
§. 161. Die Form und stärke aller in das rlufsbett hineintretender Bauwerke,welche ich der Kürze wegen im allgemeinen isolirte trerke nenne, und worunter ichauch die Separations - und Schöpfwerke begreife, müssen eine von der Wurzel biszur spitze fallende Oberfläche erhalten, a) Die separationswerke deswegen, weil dasAngriffs vermögen des Stromes und der Eisschollen von der schiefen Fläche, die manihrer Krone giebt, geschwächt, und die Eisschollen davon gespalten werden. Aufdiese weise kann man die xheilung des Hauptstromes in seinen zwey Aesten leichterbewerkstelligen und die Eisstopfungen in den Eyflucnzen vermeiden, b) wird einemvom ufer in »den Strom hineingehenden Bauwerke eine von der Wurzel bis zur spi-tze fallende Oberfläche gegeben, so kann es die oberhalb demselben bis zu seinerSpitze fliefsenden Stromfäden kräftiger gegen den iiauptstromstrich werfen, folglich,dieselben von dem coucaven ufer, zu dessen Schutz das werk angelegt ist, ableiten,(§.49). -Ein werk, dessen Krone geneigt ist, kann also von den Eisgängen auchnicht so stark, als ein horizontal liegendes Bauwerk angegriffen werden.
Bey grossen Flüssen sind die von dem herrschenden winde hervorgebrachtenwellen eine vorzügliche Ursache von dem Abbruche hoher aus Sand und Erde beste-henden ufern. Einen Beweis hievon liefert das rechte ufer des Rheins, welches demWestwinde entgegensteht, das daher weit stärker im Abbruche liegt, als das gegen-überstehende. Auf die von ihrer spitze gegen die wurzel steigenden Bauwerke wirdaber allmählig die Kraft der wellen gebrochen, mithin ihr vermögen geschwächt.Nach meiner Erfahrung gebe man also der Oberfläche eines in die Flufsbahn hinein-tretenden Bauwerkes auf je 12 schuh , die es in den Strom tritt, zwey zoll Fall vonder wurzel nach der Spitze;
auf 180 Fufs Länge gebe man ihm l| zoll Abhang auf je zwölf Schuh Länge—* 240 — —
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