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Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Auch die in dem pannerdischen canal, Tab, 14. no. 7. und 8., liegenden rangkribben,vor reppelgras haben einen gleichen vortheilhaften Effekt geleistet. Solche Fangkrib-ben müssen gegen den Strom gerichtet seyn oder doch wenigstens auf dem stromstrichperpendiculär liegen, damit das darüberstürzende Wasser dem stromstrich und nichtdem ufer zufalle.

Es versteht sich übrigens, dafs man dergleichen Verlandungen mit weiden undrappeln bepflanzen müsse, um sie noch mehr zu erhöhen und zu befestigen.

§. 170. Aus dieser, durch die Erfahrung begründeten Erörterung gehen dem-nach folgende Regeln hervor: l) In solchen Flufsbezirken, die einen schnellen Stromhaben, soll man an den perpendiculären nribben nur dann den Flügel weglassen, a)Wenn die widerströme durch ein zweytes darunter zu legendes werk aufgehobenwerden; b) wenn eine bedeutende Tiefe längs dem perpendiculären Bauwerke, ohnewachtheil der Schiffahrt und der Richtung der Flufsbahn, statt finden darf, und c) wennder in einer zu weiten Flufsbahn fliefsende Strom schädliche Inseln und Kiesbänke ge-lagert hat, die man mit perpendiculären nribben, welche von beyden ufern ab, indie Elufsbahn hineintreten, forttreiben will. Die im pannerdischen canal rab. 25.sro. 2., angelegten perpendiculären werke geben über das letztere ein anschaulichesueyspiel!

Immer wird aber der Ingenieur mit einem perpendiculären werke seine Absichtvollkommener erreichen; wenn er daran einen Flügel anbaut, der den hydraulischenEffect verstärkt: indem er die Einbiegung des Stromes verhindert, die Verlandungunterhalb beschleuniget, eine Eis-Kruste und einen Eisdamm längs dein ufer erzeugt,womit das ufer gegen die treibenden Eisschollen beschützt wird.

2 ) An declinanten werken mufs stets eine Fangkribbe angebaut werden, wennman nicht zwischen zweyen werken der Art, eine perpendiculäre Kribbe da anlegt, woder von dem obern werke abgewiesene volle-ström, an das ufer anschlägt.

5) Ein solches, aus einer Declinanten und Fangkribbe bestehendes Doppel - werkwird man auch in Ebbe - und Fluth - strömen mit grofsem Nutzen gebrauchen, weil es so-wohl den Ebbe - als den Fluthstrom vom ufer ableitet. Zuweilen wird auch ein Bogen-werk statt diesem angelegt werden können: besonders wenn man nicht .zu lange con-cave stellen, worin sich Wirbel befinden, abzuschliessen hat, wie ich denn ein sol-ches Bogenwerk bey Rattenberg ('fab. G.) am Inn in Tirol, angelegt habe.

4) Declinante werke können unter einem Winkel von 120 bis 1Ö5 Grad mit derRichtung des Stromstrichs gelegt werden. Ein, unter einem stumpferen Winkel ge-legtes werk wird den ström wenig vom ufer ah weisen, und ein werk, dessen Rich-tung sich dem rechten Winkel mehr als um 30 Grad nähert, wird vom Eisgänge bey-nahe eben so viel, als ein perpendiculäres werk zu leiden haben: so dafs man deshydraulischen Effekts wegen den rechten Winkel. , den zwischen 9 O 0 und 120 Gradfallenden winkeln vorziehen wird.