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Je nachdem also die Tiefe grofs, der Eisgang heftig ist und das convexe ufervon dein Ablenkungs - Effect, den die, vor dem concaven ufer anzulegenden werkehervorbringen, angegriffen werden soll, wird man den oberen Winkel, welchen von120 — 105° das werk mit der Richtung des Stromstriches macht, vergröfsern, dem-selben endlich, um den gröfsmöglichst hydraulischen Effect hervorzubringen IQO Gradgeben, d. i. eine Perpendikulär-Kribbe anlegen müssen: weil diese die gröfsmöglichsteWassermasse aufstauet, welche, vermög ihres Druckes, den Strom seitwärts treibt, t
Die in Nro 3. und 4., Tab. 1 5., dargestellten Bauwerke und die daran verursach-ten Wirbel zeigen diefs sehr deutlich.
§. 171. Perpendiculäre Flügel - werke wird also der Ingenieur vorzugsweise insolchen Flufsbezirken anlegen, deren Profile zuweit sind, worin sich also sand - undKiesbänke, so wie Inseln gelagert haben. Daher auch in solchen Flüssen, die viel Mate-rial führen, welches sich unter - und oberhalb den Bauwerken niederlegen kann. Dawo die Tiefe dem ufer näher gebracht, oder wo endlich der Strom aus einer concaveheraus, und in einem unterhalb liegenden Durchstich geworfen werden soll, kann derIngenieur ein perpendiculäres werk erbauen, eine bey Durchstichen sehr wichtigeMaxime, die ich auch bey dem Lauinger Durchstiche, der Donau Tab. f. angewendethabe. Regelmäfsig wird man den ström mit solchen weihen aber nur lenken, wennihm ein Fliigal gegeben wird.
Bey dem Entwürfe zur Anlage der isölirten Bauwerke mufs der Ingenieurauch darauf vorzüglich Rücksicht nehmen: dafs der hydraulische Effekt eines Bauwerks,bey derjenigen stromhöhe ein Maximum erreiche, welche seiner Oberfläche gleich steht:weil es alsdann die größtmöglichste wassermasse aufstauet, die einen Druck auf die,vor dem sau vorbeyfliessenden Stromfäden ausübt. Tritt der ström aber über dasBauwerk: so zieht .die darüber stürzende wassermasse die nächsten Stromfäden ansieb, und der hydraulische Effekt ist geschwächt. Will man daher diesen vermehren,so mufs das Bauwerk erhöht werden. Die Gröfse dieses hydraulischen Effects hängtindessen auch von der Lage der Flufsrinne ab. Hat diese einen grofsen Fall: so wirddie Geschwindigkeit des vor dem Bauwerke * o rb ey z i eben den Stromes vermehrt, folg-lich von dem stromstriche angezogen.
§. 172. Bey der Anlage von denen in den ström hineintretenden Bauwerken sindferner zwey Falle zu unterscheiden. Es ist l) entweder die rlufsbalin enger, als diereguläre, paralleluferige oder geradlinigte Bahn, oder 2) sie ist weiter. Iin ersten Fallwird das concave ufer in Abbruch liegen, im zweyten werden sich in der zu weiten Bahn,Sandbänke, Kiesanlagen und Inseln gebildet haben. Sind diese hoch, so werden zweyrlufsrinnen den beyderseitigen ufern nahe liegen, folglich an diese« Abbruch erfolgen ; undso wie dieser zunimmt, die Anhägerungen wachsen. Seite 83» Die erste Rücksichtbetreffend, so mufs der Ingenieur a) entweder blofs das ufer erhalten, folglich einen