140
uferbau 4 anlegen, oder b) den Abbruch derer am convexen ufer liegenden Kiesbänke,oder dieses convexe ufer selbst, mit den anzulegenden werben, zu bewirken su-chen. Mufs er das zweyte bewerkstelligen, so müssen ihm folgende Wirkungen be-kannt seyn. l) Mufs er diejenige wassermenge (m), welche der im Beharrungsstan-de seyende ström führt, wenn dessen Hohe der Hohe des anzulegenden Werkes gleichsteht, kennen. 2) Die Geschwindigkeit (c), mit welcher der Strom ein ähnlichesMaterial, als woraus die fortzutreibende und vor dem convexen ufer liegende Bankbesteht, fortwälzt, beobachtet haben, und endlich die mittlere Tiefe (t) der strom-section bey der in l) erwähnten wasserhöhe wissen.
Alsdann wird nach dem §. 35. aufgestellten Lehrsätze die Breite (b) der mit Bau-werken zu verengenden Flufsbahn seyn müssen. Hierdurch hätte der Ingenieuralso die Linie bestimmt, bis zu welcher die Bauwerke in den Strom hineintreten kön-nen. Dabey ist nun freylich nicht auf die Vertiefung, welche vor solchen werkenentsteht, Rücksicht genommen , weil die Böschung ihres Kopfes auch die weite der Flufs-bahn, in dessen nähe, schmälert; man wird daher den Effect, d. i., auf den Abbruchder vor dem convexen ufer liegenden Kiesbank, oder dieses ufers selbst, um so siche-rer rechnen können. Es sey z. b. die Breite eines solchen Strombezirkes (b) — 800schuh, die mittlere Tiefe (t) =25, und die Geschwindigkeit (c) = 4 schuh, so istdie wassermenge = 800 . 25 . 4 = 80000 cubikschuh. Nun betrage die Geschwin-digkeit, wodurch das vor dem convexen ufer liegende Material fortgerissen werdenkann, 5 sekuh, so erhält man für die profilbreite b r= -|°- 3 - 5 a =3 6l0 schuh. Alsomüssen die Bauwerke von dem concaven ufer ab in den Strom 800 — Ö40 = 1Ö0Schuh hineingehen.
§. 174. Die zweyte Rücksicht, bey der Anlage der Bauwerke, betrifft die Rich-tung der Flufsbahn selbst, welche man dieser geben mufs, damit der hohe ström,ohne Störung und Eisdämme, abgeführt werde, oder keine nachtheilige uirection fürdie ufer und Deiche erhalte. Man mufs daher dem ströme, soweit als möglich, einefortlaufende gerade Bahn anweisen. Alles: der zuschlufs der Flufsärme, ihre oeffnungoder vergrösserung, so wie die Anlage der frey in den ström hineingehenden Bauwer-ke, inufs sich hierauf beziehen. Daher sollten solche Flufsärme, die den Anfall desStromes auf ein concaves ufer scwächen, nicht zugebaut werden, wie z. b. iab. 1. das Ge-gentheil mit der Karl Theodor Insel oberhalb Düsseldorf geschehen ist. Und vor einemconcaven ufer sollte der Ingenieur nur daselbst isolirte Bauwerke zuerst anlegen, woder ström darauf fällt, nicht aber oberhalb dem Bug der Serpentine selbst.
§.17 5. Die Richtung derzuhribbungenweräen, wo es thunlich ist, senkrecht auf dieRichtung des slrorn Striches des zuzubauenden stromarms gelegt, weil alsdenn die kür-zeste Linie erreicht, und der jsachtheil entfernt wird, der daraus entsteht, dafs der