Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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ende ein wenig, um es biegsamer zu machen, und schürzt die schleife mit der rech-ten Hand. Jetzt fafst er mit der linhen Hand das wippenband in der Nahe der schlei-fe dergestalt, dafs die Finger oben liegen, dreht dasselbe im Schwünge herum, da-mit dessen Biegsamkeit vermehrt wird, indem hiedurch die einzelne Fasern des Rei-ses sich trennen. Nun wird dieses Band mit dem stumpfen Ende zuerst unter das-auf die wippenbank gespreitete Holz durchgesteckt, und so weit durchgezogen, dafsdas Ende a der schleife, Fig. 8., oben auf die Mitte der wippe kömmt, wenn derArbeiter den durch die schleife, welche er mit der linken Hand festhält, gestecktenrfieil de's Bandes straf angezogen hat, wie es in Fig. 2. gezeichnet ist. Währenddieses Anziehens stemmt der wippenbinder zugleich sein linkes Knie auf die wippe,in der Nähe des Bandes, fafst dann mit der linken Hand, die von der schleife her-vorstehenden spitzenden dd Fig. 1. und 8., dreht mit der rechten um dieselben zwey-mal das wippenband, welches alsdann die zwo Windungen c Fig. 1. formirt, die inihrer wahren Gröfse in Fig. 9. und 10. Tab. 20. dargestellt sind, und einen Knopfbilden. Bey der Ausführung wird die wippe so gelegt, dafs diese Knöpfe oder Win-dungen unten zu liegen kommen, damit sie während dem regen und Bekiesen dernächsten Faschinenschicht, nicht aufspringen.

Jetzt legt der Arbeiter den übrigen Theil des Wippenbandes a e, Fig. 1. Tab. b,oben auf die wippe , so dafs er unter der nächstfolgenden schleife g f. wie die Rei-ser der wippe, angedrückt wird.

Die Verfertigung einer 60 schuh langen wippe kostet, je nachdem das hoIz gutist, 6 bis Q Kreuzer. Gewöhnlich stellt man vier Arbeiter an eine wippenbank,Die Manipulation von einigen Tagen reicht hin, um die Arbeiter, selbst weiber undKinder in Verfertigung der wippen zu üben. Die wippen bilden gleichsam dieKetten des Faschinenbaues! Eine wippe mufs also der Länge nach nicht auseinan-der gezogen werden können, wenn sie sorgfältig aus zähem nolze verfertigt ist.Reissen sie einige Arbeiter auseinander , so ist sie schlecht gemacht.

§. 181. Das material, womit man die einzelnen suschlagen und Böschungeneines Fasckinenbaues beschwert ( seschwerungsmaterial ) kann aus Kies, ziegelgraus,eckigten harten steinen, (auch des Muschelkalkes habe ich mich im GrofsherzogthumHessen bey den Rheinbauten bedient); im Nothfail aus sand , Thon und Erde beste-hen. Fördert der Flufs, an dem gebaut werden soll, nur feinen sand und fehlt esan ziegelgraus, so beschwere man die untere Spreitlagc mit Erde oder Thon, da-mit der feine Sand nicht durch dieselbe ins wasser fällt. Zu der Beschwerung derinnern Buschlagen wähle man solches Material, das in die engsten Zwischenräumeder Reiser einfällt, als groben sand und kleine Kiesel; zur Bedeckung der aussernBöschung aber, je nachdem die Geschwindigkeit des Stromes grofs und das Materialvor Händen ist, auch gröberes und schwereres Material. Wo der Strom sehr schnellund der Eisgang heftig ist, kann der Ingenieur selbst Felsstücke, von hundert zent-