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nern, und schwerer, auf die äussere Böschung der Bäuwerke werfen lassen, wie ichauf dem Bau zu Rattenberg im Inn gethan habe Erde, jedoch mir trockene, cfie indie Zwischenräume der Reiser einfällt, Thon und sand soll man nur da, wo keinanderes Material zu haben ist, und zwar in langsam fliefsenden Gewässern auf die in-nern Faschinenlagen gebrauchen. Wer aber dieses auf die äussere Böschung wirft,und solche nicht mit steinen bedeckt, der wird die Faschinen - oder Buschlagen baldentblöfst sehen. Der Ingenieur wird auch äusserst selten auf solches Material beschränktseyn, denn die Flüsse liefern nies und groben Sand in Menge; die Ruinen alter Schlös-ser und Mauern aber Ziegelschutt; die hohen ufer steine, oder nies. Da, wo indes-sen in dem Flufsbette wenig Material liegen bleibt, läfst man dasselbe mit sandkra-tzern (Fig. 21 . Tab. 20.) aus dem Flufse herausbaggern. Ein solcher sandkratzer be-steht aus einer mit zwo Seitenwänden versehenen von Eisenblech gemachten schaufei,deren Boden Locher hat, durch welche das Wasser läuft. Dieses Sandkratzers habe-rch mich im Grofsherzogthume Hessen häufig bedienen müssen, weil die Kiesbänkeweit von dem Bauwerken entfernt und wenige zeit im Jahre vom Wasser befreyt sind.
182. Ehe ich zur Beschreibung des Faschinenbaues übergebe, mufs ich nochfolgende Erklärungen und Regeln vorausschicken, l) Ein Ausschufs oder eine alis-schufslage besteht aus nebeneinander, vorwärts den übrigen Faschinenlagen, gewor-fenen ganzen raschinen, das sind solche Faschinen, die mit zwey weidenbänden ge-bunden sind. 2) Eine Einziehlage besteht aus einer Lage von solchen nebeneinandergeworfenen Faschinen, die über die zunächst darunter liegende Faschinenlage einigeschuh zurück gezogen werden, die auch aus Reisern bestehen können, wenn derström sie nicht dreht. 3) Eine spreitlage besteht aus Faschinen, deren zwey wei-denbände aufgehauen sind und worin das Reis - oder Buschholz so regelmäfsig, alsmöglich neben einander ausgespreitet oder gelegt wird. Dazu kann man sich auchdes ungebundenen weiden -, Erlen - und andern Reisholzes bedienen. Die spreitla-gen sind es nun vorzüglich, welche mit Beschwerungsmaterial bedeckt werden. Wennich hier und in der Folge von Faschinen - und Buschlagen spreche, so mufs der Lesersich die Vorstellung nicht machen, als wenn ein Faschinenbau selbst aus wirklicheneinzelnen schichten oder Lagen bestehe. Diese finden nur alsdann statt, sobald dasFaschinengebäude beynahe fest auf dem Grund liegt, so dafs der Werkmeister oderFaschinenleger, über dem aufgeführten Theil, die spreitlagen legen kann. Der übri-ge Th eil des Baukörpers ist, wie wir bald sehen werden, gleichsam ein Gewebe vonFaschinen, Buschlagen, wippen , pfählen und Beschwerungsmaterial. 4) Eine Senkla-ge wird entweder aus einer Lage ganzer bewippten Faschinen, oder aus zweyen Fa-schinenlagen gemacht, wovon die obere eine spreitlage ist. Ein solcher Fall tritt ein,wenn ein Bau nicht Böschung,genug hat, oder durch unterwühlung des Bettes bedrohtäst, in die Tiefe zu sinken. Mit einerj senklage (hol. idaislag) deckt der Ingenieurdpn rufs und die vordere wand eines alten pfahlwerkes und die Böschung eines