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schartdeiches, das ist ein Deich, der im Abbruch liegt. Sie mufs also in allen Falleneinen iheil des Flufsbettes bedecken. Es mufs daher ihre Breite hiernach eingerichtetwerden. Damit das Material, welches die senklage herunter drücken soll, nicht davonrollt, so werden darauf 12 zoll hohe zäune (bevor sie sinkt) gemacht, die man an die wip-pen mit weidenbänden festbindet. 5) Eewippen heifst Faschinen, oder auch eine spreit-lage mit wippen belegen, und durch diese sowohl, als durch die Buschlage, worüberdie wippen gelegt wurden, wie auch durch die zweyte darunter liegende tage, dieSpickpfähle schlagen.
§. 183- Die allgemeinen Regeln bey Ausführung der Faschinenbauwerke sind diese:
l) Da ein jeder raschinenbau nicht aus einzelnen für sich in den Strom herab-gesenkten Lagen (senklagen) bestehen darf, wie es doch einige Schriftsteller gelehrthaben, indem alsdarm der Strom - und Eisgang eine Lage nach der andern wegführenkönnte, so mufs bey dessen Ausführung dergestalt verfahren werden, dafs der Baustets etwas über die Oberfläche des Wassers gehalten wird, daher der vordere Theilnoch flott ist, wenn der rückwärts seyende bereits fest auf dem Grund liegt, wie esFig. io. Tab. b zeigt. Diefs ist nothwendig, damit die Arbeiter einen sichern Standhaben uud regelmäfsig gebauet werden kann. 2) Es dürfen daher die spreitlagen nichteher mit Material beschüttet werden, bis die flott liegenden Lagen dasselbe tragenkönnen. Wird diese Regel nicht beobachtet, so sinkt der zuviel beschwerte Tlieildes Baukörpers in die Tiefe und es kann die nachfolgende spreitlage nicht mehr dar-auf, mittelst spickpfählen, befestigt und diese müssen alsdenn erst durch das Gewichtmehrerer Lagen darin eingedrückt werden, wodurch nothwendig in dem Baukörperschädliche Höhlungen oder Räume entstehen. 3) Wo man also senklagen zu machengenöthigt ist, mufs nicht ausser Acht gelassen werden, dafs, da die gewöhnlichenspickpfähle länger als die Dicke einer senklage sind und durch diese ihre schwerenicht in die bereits feste Masse eines Faschinenbaues eindringen, folglich die senkla-ge auf diese pfähle, wie eine Hechel auf ihren spitzen ruht, also Zwischenräume ent-stehen, wozu kürzere pfähle, nothwendig sind, die nur einige zolle an Länge, dieDicke der spreitlage übertreffen. 4) Nach dem 17Ö. §. soll ein Faschinengebäude nureine solide Masse ausmachen. Es ist daher die von Belidor gelehrte Methode, nachweicher grofse Faschinen einzeln nebeneinander gelegt werden, äusserst fehlerhaft.Sie läfst nämlich eine Menge grofser Zwischenräume und keine vertheilung des Be-schwerungsmaterials zu. Grofse Faschinen, die jedoch mit steinen oder nies, nichtaber mit Erde und feinem sand gefüllt seyn müssen, (senkfaschinen) zwischen denenman den Raum mit Busch ausfüllt, bedient sich der Flufsbaukundige also zu Enklavi-rungen, um mit denselben den uopf eines Bauwerkes, gegen welches mit dem Stromein anderer sau geführt wird, dergestalt zu beschweren, dafs das rlufsbett darunternicht vertieft werde. Auch zur schnellen Stopfung eines Deichbruches, so wie zumAnfänge eines mitten in den Flufs zu legenden Bauwerkes oder zur Ausbesserung ei-
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