Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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de ufer auffallenden Strom nicht widerstehen, so müssen zwischen den Verzäunun-gen eckige Steine gelegt werden. Eine Methode , womit ich mehrere neichsböschun-gen am Rhein erhalten habe.

$. 1QÖ. Die schlick- oder sandfangzäune (Fig. c Tab. 20.) sind ein wohlfeilesund bequemes Mittel, um die seichten flufsarme, welche bey den niedrigsten was-serständen trocken liegen, zu versanden , aber mit Schlick zu erhöhen. Auch kannman sich ihrer öfters zur Leitung der Gewässer mit vortheil bedienen. ' Man schlägtnämlich Spitzpfähle auf einen schuh Abstand, in den Boden, und flicht um diesel-ben, mit zwey oder drey Reisern zugleich, einen zaun, etwa von zwey und einem hal-ben schuh nöhe. Die zaunreiser sowohl als die pfähle müssen von grünen weidenoder pappein seyn, und die zäunung wird im Herbst gemacht, damit sie im Frühlingausschlägt. Führt der Strom viel Eis , so vollende man die zäune bis Ende März, da-mit die ausgeschlagenen Loden den geringen Eisschollen widerstand leisten.

Damit ein solcher zaun nicht gleich unterwaschen werde, so mache man da,wo er zu stehen kömmt, eine etwa sechs schuh breite Spreitlage, befestige daraufzu beiden seiten des zaunes eine wippe, und bedecke dieses, beynahe bis zur Ober-fläche der wippe , mit nies oder Sand. Statt solcher Flechtzäune kann man auch ei-nige wippen auf einander legen, und dadurch pfähle schlagen. Dies könnte maneine wippenwand nennen. Unter derselben kömmt gleichfalls eine dünneetwasechs schuh breite spreitlage zu liegen.

197 . Auch die Pflanzungen sind ein nützlicher Gegenstand für die Flufsbau-künde. Wo die Regierung den vortheil solcher Pflanzungen anerkennt, da werdenalle Bauwerke so wie die zur Anhägerung bestimmten oder durch den Flufsbau demStrome abgewonnenen Bezirke bepflanzt. Die Pflanzungen bewirken nämlich dieErhöhung des bepflanzten Bezirks , und liefern für den Wasserbau Faschinen, W'ippen-rmd pfahlholz. Nach der Erfahrung sollten die niedrigen Bezirke, welche öfters be-netzt werden, mit Weiden , die höhern aber mit Pappeln bepflanzt werden. Im All-gemeinen wird die Pflanzung auf zweyerley weise gemacht: entweder pflanzt manReihen, oder legt die pflanzreiser etwas schief, in kleinen, nach Kreisen formirtenGräben, deren Durchmesser drey bis fünf sebub beträgt. Die allgemeinen Regeln beyden Pflanzungen sind, dafs a) jedes pflanzreis unten spitz und oben schräge zuge-hauen wird; b) das coch oder der Graben , worin es zu stehen oder zu liegen kömmt,mufs, je nachdem das Terrain fruchtbar und feucht, oder kiesicht.und trocken ist*zwey bis drey schuh tief seyn; c) das Erdreich oder der nies mufs an die pflanzreisefest angedrückt werden; d) die pfiartzi'eiser sollten mit ihren spitzen über das gewöhn-liche May-wasser reichen, wenn es einen Monat andauert, weil sie sonst nicht aus-schlagen können; e) die beste pflanzzcit ist vom Herbst bis Mitte März. Später ge-gemachte Pflanzungen werden fast immer verdorren, und nicht ausschlagen, f) Da