Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
279
JPEG-Download
 

27Q

Der Wahre separationspunct der Yssel und des Niederrheins wurde mittelst ei-nes Faschinenbauwerkes an dem linkseitigen Leitdeich, Tab. 15., angeschlossen. Nach-her im Jahre 1780 wurde das separationswerk bis e, stromaufwärts verlängert, und derLeit deich mit einem Flügel, längs dem ufer des Niederrheins, fortgesetzt. Auch diebeyden nribben h und b unter dem Retranchement, sind 1780 aufgeführt, um die ih-nen gegenüberliegende Sandbank abzuflächen und den Stromstrieh der Mitte des Flus-ses näher zu bringen. Da diese Wirkung noch bis jetzt nicht erfolgte, so wird eserlaubt seyn zu bemerken: dafs diefs ein abermaliger Beweis sey, wie wenig man sichvon den nribben versprechen könne: wenn sie nicht einen grofsen Theil des Stromesauffangen, um mit demselben auf die gegenüberliegenden Anlagen zu wirken. Wiediese Wirkung noch gar sehr abhange: von des Flusses Breite und von der Gröfsedes Materiales, woraus eine solche Anlage besteht, so dafs erst aus der Wirkung sichergeben könne; wie weit man ein solches Bauwerk verlängern müsse! Doch ich ver-lasse jetzt dieses wichtige Flufslocal mit dem Vorsätze, darauf in einem der nächstfolgenden Kapitel, zurückzukehren.

§. 203. Die von mir mit der Donau , in den Jahren 1807 bis 1810, zwischenden Städten Laubigen und mllingen ausgeführte correction, kann ihrer Wichtigkeitwegen hier nicht übergangen werden. Tab. f. (*).

Die Serpentinen des Donauflusses, hatten zwischen Lauingen und Dillingen , öftersEisdämme erzeugt, die Geschwindigkeit des Stromes geschwächt, daher dessen Oberflä-che in die Hohe getrieben und die niedern Flufsgegenden, deren ufer nur sechs bissieben Schuh über den niedrigsten wasserstand liegen, auf eine Breite von zwey stun-den überschwemmt. Sie rissen jährlich bedeutende Bezirke fort, und der umstand,dafs der Strom aus der Serpentine bey ober - Dillingen auf das rechtseitige ufer fiel,und bey e täglich Erdschollen abbrach, liefs befürchten: dafs die beym niedrigstenWasserstande mit einer mittlern Geschwindigkeit von vier schuh strömende und 4840Cubikschuh Wasser führende Donau von e nach F sich eine neue Bahn durchbrechenwerde. Hiezu kam noch, dafs zwischen den Jochen der tauinger Brücke mehrereMühlen dergestalt angelegt sind, welche die stromsection auf 211 schuh, ohne diebey den Jochen entstandene Dcnivellation in Rechnung zu bringen, einsehränken, wenngleich der Strom in parallelufrigen Flufsbezirken eine weite von 320 schuh hat. DieseBrücke ist also für die obern Gegenden äufserst gefährlich, indem sie den Strom aufstauct,gegen die im ersten Abschnitt aufgestellten Grundsätze anstöfst, oberhalb den hohen strömdergestalt in die Hohe treibt, dafs er mehrere Quadratmeilen überschwemmt. Sie ist dahereine wahre satyre auf den Flufsbau an der nonau L Hier sollte also die Breite von 320 schuhe

(*) Bey der Beschreibung Jer im Königreich Baiern v. d. V. bewerkstelligten rluiscorre cuoneu und Bau-werken ist der Baierische Schuh als Maats angenommen. Dieser macht 2 Decimetres 9 oeutimeucs

und 1 millimetres oder 129 Tcfö Pal 'iser Linien.