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Bäche, die sich bey der heiligen Geistmühle vereinigen. Von diesem canal fliefst vordem Isarthor bey in. ein unterirdisch geleitetes wasser durch die Leoni weyher unddann durch die Gärten einiger privaten. Alle diese Canäle vereinigen sich in der nä-he des englischen Gartens, und in diesem Garten selbst; theilen sich aber wieder indrey Arme, wovon der linkseitige der schwabinger -, der mittlere der oberst] äger~meister -, und der rechtseitige der j Eisbach heifst.
Aus einem so reissenden Flusse, wie die Isar , lassen sich dergleichen Ablei-tungen nicht ohne durch das Flufsbett selbst gehende wehre bewerkstelligen, weilder ström in die Hohe getrieben werden mufs. Solche ueberfallwehre sehen wiroberhalb Kultursheim bey a b , vor der Vorstadt au bey i, oberhalb der caserne beyd, und unterhalb dieser bey G. Die Anlage derselben ward noch schwieriger, daman für das Flöfsen des xriftholzes und für die Fahrt gebundener Flösse sorgenmufste. Zu diesem Behufe wurden oberhalb der Stadt mehrere Ablsässe und vorzüg-lich der F'lofs - Ablafs c und der Hochablafs iv angelegt. Die Hochgewässer glaubteman unschädlich für die Stadt abzuführen, indem oberhalb cultursheim, der Aue bey iund der caserne bey n und G, die auf der Karte bezeichneten, aus mit Steinen ge-füllten Balkenfachwerken bestehenden, ueberfallwehre dergestalt angelegt wurden, dafssie dem Strome bey seinem mittlern Stande und noch bey niedrigerm einen seiten-abflufs gestatten. Zu welchem Behufe man auch die auf der Karte bemerkten achtkleinen Grundablässe (epanchoirs a fond) wovon einige mit Schützen verschlossenwerden können, machte.
Damit aber das Flofsholz in dem mittelst der ueberfallwehre aufgetriebenenTheile des Stroms gehalten wird, gab man den grofsen ueberfällen eine schwelle undeine mehrere schuhe über das niedrigste wasser stehende Holbe , worin Vertiefungenoder Löcher gemacht wurden, in welchen sechs zoll starke Stangen unter einer kleinenHeigung und auf etwa |6 zoll Abstand gestellt werden, die das Flofsholz zurückhal-ten. Eine Vorrichtung, welche der Egge oder dem Rechen ähnlich ist, und daherauch die letztere Benennung erhielt. Das Triftholz mufste natürlich in solche Bezirkehineingeschwemmt und aufbewahrt werden, die mit einer Bewallüng umgeben sind,um das wasser , welches das Holz hinschwemmte, zu der zum schwimmen desselbennöthigen nöhe zu erhalten. Es war daher noch ein wehr nothwenaig, welches queerdurch den mittelst der vorher erwähnten ueberfälle zur mittlern wasserhöhe gehalte-nen Flufsarm, gehen mufste. Dieses wehr oder der sogenannte Abrechen ( f auf derKarte) wurde unter dem Triftcanal erbaut, mit schützen, einer Durchfahrt für dierlöfse und einem Bechen versehen. Dieser canal ward aber mit den Holz fangen oderdem sogenannten nolzgarten vereinigt, woraus dessen wasser sich durch verschiedeneAbtheilungen aus den Schützöffnungen 1. 2. 3. und 4., theils nach der Isar , theilsnach dem Eisbache ergiefst, je nachdem man dasselbe aus den Holzfängen abzulassenfür nöthig findet. Insofern aber die Isar mit gebundenen Flössen zum vortheil der Ge-is n 2