Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
284
JPEG-Download
 

234

birgsgegenden und des platten Landes befahren wird, mufste man, wie gesagt, ztiihrer Durchfahrt in dem Abrechen eine mit schützen (weil das Triftholz bey den soin-merhochgewässern geht) zu verschliefsende oeffnung lassen.

Wäre in der Vorzeit der unweit dem riofs - nurchlafs c von der Isar abgeleiteteCanal dergestalt eingerichtet und erweitert worden, dafs man darauf längs der n. oeist-miihle (bis wohin wirklich noch viele Flofse gehen) und längs den Hammerschmie-den am relicl mit rlöfscn hätte fahren, und das Triftholz schwemmen können, undwäre von a nach b beym Lehel der Trift - und Flofscanal zugleich, von c nach d und.e aber der flofscanal gezogen worden, so hätte man alle kostbaren ueberfallwehreoberhalb und unterhalb der caserne, so wie das vorgenannte, den Strom aufhaltende,Wehr (den Abrechen) entbehren können. Der hohe Strom hätte alsdann einen freyenAbzug im natürlichen Bette gehabt; die Umgebungen von München wären nicht denverderblichen yeberschwemmungen ausgesetzt gewesen; das Trift - und rlofsholz wärenäher an der Stadt angekommen, woraus dann für die Bewohner ganz unzuberech-nende vortheile in Hinsicht des Fuhrlohns und der Gewerbe hätten entstehen müssen.Diese letztere Rücksichten wurden also von unsern verfahren nicht vollständig beachtet,und diese Bauanlagen haben mit so vielen andern Unternehmungen ein gleiches Schick-sal gehabt. Sie sind nämlich nach und nach und ohne gründlichen plan entstanden.

Oberhalb München müssen nothwendig die unnatürlichen Einschränkungen derstromseetionen durch die mit zu engen und niedrigen sögen, so wie auch miteinem zu hohen Grundbau, der queer durch das Flufsbett geht, versehene steinerne,auf der Karte mit h bezeichnete Brücke, und durch das queer durch den rlufs gehen-de wehr f, dessen Grundbau 8 schuh zu hoch liegt, und durch die übrigen hohenueherfall-wehre, den Strom aus den ufern treiben, daher auch ein iheil der Stadtund die Vorstadt au öfters überschwemmt wurde. Welche Verbesserungen der was-serbaukundige hier zu machen hat, darüber habe ich mich in dem ersten lieft derBeyträge zur Wasserbaukunde 1808 und in den Bcyträgcn zur Brückenbaukunde 1 80(Jverbreitet. Ihrer Wichtigkeit wegen werde ich davon auch in diesem werke beymwehr - und Brückenbau näher handeln, da sie eigentlich nicht zur Flufsbaukunde clas-sificirt werden können- Ich kehre daher zu der unter München ausgeführten correc-iion des Isarflufses zurück.

Da das Dorf vöhring ehemals zum Stift Freysing gehörte, so scheute man sichvon Baierischer Seite nicht, den Isarflufs, dessen zustand (von 180Ö) wir in der Kartewo. II. sehen, gegen dasselbe anzuleiten, ja es war zu dem Ende das Eamverk I Iaufgeführt worden. Diesen nachtheiligen Lauf des Flusses, welcher in der nähe derHauptstadt dem Auge unabsehbare sterile Kiesflächen darhot, die mit der ästhetischenAnlage des englischen Gartens contrastirten und zugleich den gänzlichen Einsturz einesDorfes drohte, welcher die öftern ueberschwemmungen , womit der Englische Gartenvorher und zuletzt im Jahre 1802 heimgesucht wurde, hervorgehracht hatte, konnte