285
eine Regierung, die in ihren öffentlichen Acten die Verbesserung der Flüsse demronde versprochen hatte, unmöglich der Residenz so nahe, länger dulden. Es wurdedaher von mir der Entwurf gemacht: dem Isarflufs, in diesem Bezirke^ eine reguläreBahn anzuweisen, und ihn auf die weite von 320 schuh, bey einem mittlern was-serstande, dergestalt' zu beschränken, däfs derselbe, sobald er fünf bis sechs Fufsüber sein niedrigstes Wasser anschwoll, sich über das rechtseitige Bauwerk c n e er-giefseu konnte, um das alte rlufsbett mit Material auszufüllen, und mit Hülfe einiger,Pflanzungen so zu erhöhen, dafs es endlich mit dem feinen Niederschlage des Flusses,d. i. mit einer fruchtbaren Erde überzogen würde. Kurz ich setzte die Geradeleitungdieses Flusses so fest, wie sie auf der grofsen Karte no. 1. angezeigt und glücklichausgeführt ist. Die mehtung der neuen Isar mufste nämlich dergestalt gewählt wer-den , dafs sie weder für das rechtseitige noch linkseitige ufer nachtheilig war. Da,die reguläre sahn der Isar eine Breite von 320 schuh, bey einem mittlern wasserstande»hat, so wurde dieselbe zur Entfernung der beyderseitigen Faschinenbauw r erke ange-nommen. Damit aber das von dem ströme geführte Material sich jenseits des rechtsei-tigen Baues, d. i. in das alte rlufshett lagern konnte, so legte ich dieses Bauwerknur auf 5 bis 6 schuh über den niedrigsten wasserstand, welches also von dem höch-sten wasser überstiegen werden konnte, und wodurch ich dem im 14Ö. §. aufgestell-ten Grundsätze entsprach. Solche Bergflüsse, wie die Isar , die schon bey einem was-serstande von 4§ schuh mit der Geschwindigkeit von 7 —■ 10 schuh strömend, vielMaterial führen; deren Hochgewässer l6 schuh in der secunde zurücklegen und wäh-rend 24 Stunden ihren Lauf ändern, indem sie ganze waldbezirke fortreissen, ihrewenige stunden zuvor gehabte Bahn mit Material verschütten, können, wie die Erfah-rung lehrt, nicht anders, als mit Bauwerken, die man an den beyden gewähltenufern aufführt, rec-tificirt werden, weil sie sonst die gemachten Durchstiche wiederzulegen, und* hin und her schweifen. Ich fieng daher im März 180Ö dieses grofseunternehmen mit dem rechtseitigen Bauwerke c d, man sehe die Karte no. i. u. 2.,an; legte dasselbe 4 schuh tief in die daselbst gelegene Kiesbank, und fügte an das-selbe , unterhalb d, einen 300 Schub langen Flügel df, der mit einem alten Dammbey F verbunden wurde, um den oberhalb gelegenen, und durch diese werke einge-schlossenen Bezirk schnell z.u verlanden und nutzbar zu machen. Die Methode: sol-che Bauwerke, vermittelst welcher man Bergflüsse begränzen will, in die niesbänkeselbst hineinzulegen, indem man darin vorher ihr Lager ausgräbt, ist defswegen sehrempfelilenswerfh, weil der sich nachher tiefer eingrabende ström, solche so gelegteWerke nicht leieht unterwaschen kann.
i * Der erste Durchstich a b wurde auf eine Breite von 30., und auf eine Länge von3-550 schuh , in den Monaten März und April 180Ö ausgehoben, und der daraus ge-worfene Kies zur Aufführung der beyderseitigen pa’schinenbauwerke verwendet; dieErde blieb aber in Form eines Leitdammes, auf der rechten Seite, des canals liegen.