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Geschwindigkeit von 12 Fufs in der secunde strömende Inn» jetzt aller Strömungberaubt; die Gebirge,"wälder und Fluren mit Schnee bedeckt, der wie kleine Diaman*ten funkelte, der weg zum Bau mit arbeitsamen Menschen, welche auf ihren schlit-ten steine von ungewöhnlicher Gröfse transportirten, angefüllt; das verschwinden desüber das Bauwerk stürzenden Wassers, und endlich in der Entfernung, die durch dennauptleitcanal fliefsenden Eismassen. Diefs alles machte ein interessantes und in sei-ner Art einziges Gemälde, mehr als des Pinsels vom gröfsten Landschaftmahler wür-dig 1 Am 31. des Morgens besichtigte ich den Bau zum letztenmahl, und da jetztder untere Innflufs \md der Leitcanal vom Eise frey war, indem das Treiben des Ei-ses geendigt hatte, so durchfuhr ich den neuen Innflufs in 2Ö Minuten. Dessen mitt-lere Geschwindigkeit betrug im obern Theil des Durchstiches 5,33 rufs in der secun-de; im untern Theil aber neun schuh. Die Tiefe und Breite war hinreichend für dieschiffe, welche den Innflufs befahren. Da noch am 20. ein schiff durch den abge-dämmten rlufs gegangen war, so würde die Innfahrt nicht langer, als 10 Tage vondieser Unternehmung unterbrochen worden seyn, hätte nicht die Jahreszeit derselbenein natürliches Hindernifs entgegengestellt. An diesem rage (am 3 lten) wurden noch meh-rere Steine auf die innere Böschung und auf die Oberfläche des Baues gebracht, und nachmeiner Anordnung wurden abermals zwey vor dem »au liegende schiffe, so schwerals möglich, mit Steinen beladen, damit der erste Eisgang nicht über den Bau stürzte,sondern durch den Leitcanal gehen mufste, um denselben zu erweitern und zu ver-tiefen, Noch mufs ich anmerken: dafs die Enclavirung 32 Faschinenlagen erhalten hat,und dafs der Ingenieur bey allen Faschinenbauten darauf sehen mufs, damit keineSpreitlage dicker als zwey schuh sey; bey schnellen Strömen und Enclävirungen aber,wo möglich, nur die nicke von einem schuh erhalte. Ich hatte zu dieser äufserstmerkwürdigen Unternehmung, von München , zwey Ingenieure und vier Eleven,worunter sich mein ältester sohn befand, der jetzt sieben Jahre dem Studiumder Mathematik und Wasserbaukunde obliegt, mitgenommen, um sie mit derAnwendung der Kunstmittel und ihren Wirkungen, so wie mit den Schwierigkeiten,welche die Flüsse dem wasserbaukundigen entgegensetzen, durch ein grofses Bcyspielbekannt zu machen, ihnen einige der wesentlichsten Grundsätze des Flufsbaues, durchdie grofsen Erscheinungen bey dieser Anlage, anschaulich zu erklären, um sie endlich fürdie wasscrbaukunde mit glühendem Eifer zu erfüllen, der jedem, welcher sich ihrwidmet, entstehen mufs, wenn er die mächtige Natur, so wie hier, von der Wissen-schaft besiegt sieht.
§. 211. Ich will jetzt das weitere dieser Flufscorrection darstellen. Der Anschlufs-punct der Enclavirung wurde von dem im Februar 1807 erfolgten Eisgang stark angegrif-fen, und mufste zum Theil mit senkfaschinen erhöht werden. Auf den übrigen Theil die-ses Baues setzten sich die Eisschollen 14 schuh hoch auf, so dafs der Strom durch den Leit-eanal zu ziehen genöthigt ^war. Im Monat März wurde der recht - nnd linkseitige cor-