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Wenn nun die Leckdeiche und vorzüglich die nördlichen oberhalb vrecswyk, zuder Sicherheit der Provinzen Utrecht und Holland so wesentlich beytragen; — wensidie Erfahrung gelehrt hat, dafs der Leck schon so oft bis zu einer verderblichenHohe angewaehsen ist, und dafs die Anschwellungen von Eisstopfungen herrühren, soscheint es wohl bey dem holländischen Flufsbaue sehr wichtig zu seyn : das Bett desLeckes von Versandungen (*) soviel als möglich frey zu halten, damit der strömund Eisgang einen lebhaftem Zug gewinne. Dieser zweck wird aber mit dem eigent-lichen rlufs nicht vollkommen bewerkstelligt werden können , da sich die Eismassehvorzüglich in der Bahn unter schoonhoven festsetzen, sondern der niickwallende - ström(der sogenannte Fluthstrom) mufs zu Hülfe genommen werden. Es ist nämlich unwi-derlegbar gewifs : dafs sobald die rlulli eine gröfsere wassermenge in die Leckmün-dung einströmt, auch der Strom , während der Ebbe , eine gröfsere Geschwindigkeit,mithin ein gröfseres vermögen auf das Bett und dessen untiefen zu wirken, hervor-bringen müsse. Da nun ein solcher Vorschlag, welcher dieser Forderung entspre-chen könnte, auf die Kenntnifs von der circulation der Fluth und Ebbe in der neuenMaas und in der Noord (Tab. 40) gegründet seyn'mufs, von dieser aber noch nichtgehandelt werden kann, ohne den Faden der Materie zu zerreissen; so wird es' er-laubt seyn dürfen , an einem andern orte, noch einmal auf die Verbesserung desLeckflusses zurückzukehren, und gegenwärtig auf einen andern Gegenstand zu kommen.
Ferner würde ich die Leckdeiche sämmtlich wenigst 1J Schuh über die höch-sten wasserstände, die bis jetzt bekannt sind, erhöhen, die Fahrdämme aber ab-flächen, und alle in den ström hineingehenden Bauwerke so viel als möglich niedrighalten und vom Eise ablaufen lassen; endlich die Ausmündung dieses Flusses mittelstdem werke i. u. Tab. 31. verbessern. Ein Vorschlag, welcher, wie gesagt, in derFolge näher begründet werden wird.
§. 269 . Ich kann den Leckflufs nicht verlassen, ohne die von holländischen Ingenieurs 1zur Abwendung der ueberschwemmungen gemachten Vorschläge anzuführen, weil ich'dabey Gelegenheit haben werde, die verbesserungs-Entwürfe näher zu begründen.Die bey den Anschwellungen des Lecks und dessen Deichbrüchen besonders bethei-ligte Provinz Holland trug in der Mitte des vorigen Jahrhunderts dem berühmten.Lulofs und dem mit den holländischen Flüssen sehr bekannten Ingenieur Bolstra ,dessen äusserst mühsame und merkwürdige Beobachtungen und Messungen über dassteigen der Fluth und die Ebbe, in der Maas und Meerwcde, so wie das von ihmvon diesen Flüssen bewerkstelligte Nivellement auf der 107. 118 und 11 g. Seite mit-getheilt sind, die verbesserungsentwürfe auf. Die Staaten von Holland und west-friesland stellten nämlich die Frage: „Ob die Hochgewässer des Leckflusses nicht ir-gendwo seitwärts abgeleitet werden könnten?" Diese zwey Ingenieurs machten fol-
(*) Nach Bolstra soll die Erhöhung des Bettes bey vreestyyk in hundert Jahren 4 Fiats betragen haben.
Die Oberfläche der Leck ist nach ihm wenigstens in dieser zeit 24 zoll gestiegen.