Wasserstaat des ehemaligen venetianischen (s. s. 310.) so sehr verdorben haben, dafsdie dortigen riufsbetten, und mit ihnen die Gewässer eine nöhe erreichen, wobey dienämme durchbrechen, und die fruchtbarsten Gefilde Italiens überschwemmt werden.Ja ! ein ähnliches verfahren bey dem j>o hat eine gleiche Wirkung hervorgebracht, undzeigen uns nicht die vielen Mündungen der Donau, der Rhone und mehrerer Flüsse,dafs sich alle diese Mündungen versandet und ein Sumpf-chaos hervorgebracht haben?Also auch in solchen climaten, worin die Flüsse nicht zufrieren, sehen wir ähnliche,schädliche Wirkungen der vielen ulufsäste oder seitenablässe ! f) Kein Argument be-weifst aber wohl die Nachtheile, welche aus den seiten-Ergiessttngen der Flüsse, so-wohl für die Lage des rlufsbettes, als der Oberfläche des Stromes, entstehen, wiedie in Holland so oft vorgefallenen neichbriiche. Es sind nämlich die untern Flufs-gegenden defswegen nicht von ueberschwemmungen und Deichbrüchen -frey geblieben,als an den obem die Deiche durchgebrochen waren» Im oegcntheil setzten sich inden untern flufsbezirken neue Eisdärnme fest, die das W'asser dergestalt aufstaueten,dafs es mit den von ihm getragenen Eisschollen über die Dämme stürzte, und diesezerrifs. Wie kann man also bey solchen Thatsachen sich noch jetzt für Seitencanäleund ueberlässe erklären, g) Dafs dieselben weder in den Flüssen die Eisdämme ver-hindern, noch die ueberschwemmungen oder Hochgewässer abwenden, hat auch denDurchbrach des waaldeiches unter Nymegen im Februar 1811, bewiesen. Vor etwazwey Jahren hat nämlich Holland , zwischen Baberich und zevenaar (rab. 13. und 14.),einen ueberlafs angelegt, indem daselbst der Banndeich geschlichtet (erniedrigt), undvon Baberich bis unterhalb ninsbergen ein .neuer Deich aufgeführt wurde. Dieser ue-berlafs sollte die Hochgewässer des oberrheins, zum Befsten der waal und des Nie-derrheins abführen. h) Endlich drückt sich der Recensent von der ersten Auflagedieses werke's, welches, nach der mir zugekommenen Nachricht, der verstorbeneGeneral - Inspector srunings gewesen seyn soll, in der allgemene Konst en Letter-Bode1801 Nro. 7. pag. 103, indem er von denen in dem zweyten Bande von mir zu Ver-besserung der holländischen rliisse gemachten Vorschlägen spricht, so aus: „DesHerrn wiebekings Erörterungen und Vorschläge von der nachtheiligen Beschaffenheitder waal, und der daraus folgenden Eisdämme, verdienen alle Aufmerksamkeit. Beyihnen nämlich mufs man diejenigen Vorkehrungen suchen , um den ueberströmungenzu begegnen, welche die Eisstopfungen seit einigen Jahren verursacht haben, undnicht darin wie ein gewisser Schriftsteller uns überreden will, dafs wir mittelst einerAnzahl von ucberlässen gewisse Landes - Bezirke unter wasser setzen sollen, um an-dere zu erhalten. “ Aus allen diesen scheint nun evident hervorzugehen, dafs dieAnlage neuer Seitencanäle oder ueberlässe ein grofses Wagestück für den innern undäussern wasserstaat Hollands sey, und dafs man nur von der hydrotechnischen cor-rection der Flüsse, so wie von der zweckmäfsigen Lage und Erhöhung der Deiche, folg-
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Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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