Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
421
JPEG-Download
 

421

unnatürliche Zustand der stromcirculation, kann nur böse Folgen für die rlufsbetten her-vorbringen. Für die Nord wird er auch defswegen nacliliieilig: weil der Fluthstromvon der Altenmaas fast gar nickt in sie bineinströmt: indem derjenige von der Neuen-maas, vereinigt mit dem ström des Leckflusses, in dem ström der Nord, eine netar-dation, vermöge der cohäsion des Wassers, bewirkt. Mit einem worte: die aus dersee in die Maasmündung strömende wassermenge ist zu geringe, um in alle die ver-schiedenen Flufsarme einen solchen kräftigen Rückwallendenstrom hervorzubringen,welcher mit einer den Betten angemessenen mittlern Geschwindigkeit flöfse. S. §

Auch die untiefen und Inseln lassen es nicht zu: dafs der Ebbe - und Fluthstromnur mit einer solchen Geschwindigkeit fliefst, vermöge welcher die Stoffen fortgetrie-ben werden können.

Indem nun die Merwede, zur zeit, als es im Leckflufs ebbt, bey Dordrecht inihrer Oberfläche zu niedrig steht, und die Leck selbst hieher strömt, ob sie gleichnicht von dem Rückwallendenstrom der Neuenmaas nach Dordrecht getrieben wird: sodürfte, zur Wiederherstellung des regelmäfsigen Abflufses der Leck in die Neuemaas,der wasserstand der Merwede bey Dordrecht zu erhöhen seyn. Eine Forderung, wel-che für die Vermehrung der wassermenge in der Merwede ; mithin für die Äbdäm -mung des Altenwiels spricht. Diese fehlerhafte circulation des Lecks in die Nordwird noch, ausser von jenen angegebenen Ursachen, vorzüglich durch die Beschaffen-heit des Bettes der Neuenmaas (zwischen den Mündungen des Lecks und der Yssel)hervorgebracht, l) Es verhindern nämlich die platten 1. 2. 3. 4. 5. 6., Tab, 31., (*)das Einströmen des Lecks in seinen natürlichen Recipienten (die Neuemaas), 2) wirddes Lecks Einfhtfs in die Nord von der Richtung seiner Mündung mit der Neuenmaasgar sehr erleichtert.

Die Mittel zur Verbesserung dieser stromcirculation, werden demnach in derBeschränkung des Altenwiels, das ist in der Erhöhung der Oberfläche von der Merwe-de bey Dortrecht; andern Theils in der Verbesserung des Bettes vor der Leckmündungbestehen. Wir wollen diesen Gegenstand also weiter verfolgen. Die Leckmündungmufs dergestalt geleitet werden: damit der Leckflufs nicht in die Nord, wohl aber indie Neuemaas, als dessen natürlichen Recipienten, einfliefse. Wenn der wasserbaukun-dige, wie wir gezeigt haben, genöthigt wird, die Abflachung oder die gänzliche weg-treibung der platten, welche in der Neuenmaas, zwischen den Mündungen des Lecksund der vssel liegen, zu bewerkstelligen: so scheint diese Maafsregel die Einschrän-kung der Profile zu erfordern, um dem Fluth - und Ebbestrom eine gröfsere Geschwin-digkeit, das ist, ein gröfscres vermögen, womit diese ströme auf diese schädlichenMiltelplatlen wirksam seyn können, zu geben. Zu dem Ende wäre l) das vuilrak

(*) Anfänglich waren diese platten eine wirkun«; der fehlerhaften circulation der flutli und Ebbe. Jetzt

sind sie aber zur mitwirkendeu Ursache geworden. So verwandelt sich fast immer, bey den Flüs-sen , die Wirkung in die Ursache zu einer andern wirkung.