Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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tes parallel werk auch Schlickfänge - Bezirke, worin sich das, aus der rlufsmündungkommende, Material lagert. Bey den mehrsten Localfällen wird es jedoch zweckmäs-siger seyn, anstatt derer nahe an den Deichfufs anzulegenden parallelwerken, demneiche selbst eine gröfsere stärke zu geben, und seine Böschung bis zur nöhe derhöchsten sturmfluthen, das ist z. b. an der Jahde auf eilf Fufs über die ordinäre rluth,mit steinen zu decken. Das zweckmäfsigste profil eines solchen Deiches und diezweckmäfsigste Steinböschung ist in dem profil des Deiches an der Nordwestseite desKielplatzes am Nieuwendiep (t. 47. und in f. 4. t,.) dargestellt.

§. l 6 . Die Länge der iiöfter richtet sich nach der Tiefe, denn wo die Tiefevor dem Deichfufs liegt, mag man sie nicht über 120 Fufs (etwa zwischen Ö0 / und120 Schuh) machen, auch da nicht, wo man noch Vorland vor den see-Deichen hat. Diegröfste Länge betrage 600 Fufs, es sey denn, dafs eine gröfsere Länge nöthig wäre,wegen der Figur des Seeufers, welches man, wo möglich, ohne einzeln hervorste-hende Ecken oder eingebogene stellen rectificiren soll, damit der rluth - und Ebbestrom,so wie die wellen eine regelmäfsige Krümmung oder eine regelmäfsig gerade seeweh-re, worin die spitzen der nöfter gleichweit vortreten, finden.

§. 17. Diese vorgetragenen Grundsätze und Maximen zeigen nun: dafs der Inge-nieur, ehe er zum Entwürfe eines wichtigen seeuferbaues schreitet, folgende Beobach-tungen uud Messungen anstellen müsse. Sie werden nämlich bestehen : l) In einergenauen hydrotechnischen Karte, die alle solche abwechselnde Tiefen (auf die ordinäreEbbe oder Fluth reducirt) und Sande enthält, welche nur einigen Einflufs auf die see-uferbauwerke haben können. 2) Werden sie bestehen: in der nenntnifs von der Rich-tung und Geschwindigkeit des Ebbe - und Fluthstromes (*); von dessen täglichen undhohen steigen und Fallen längs der miste. 3) Müssen sie eine geschichtliche Nach-richt geben, von denen mit dem strande; dem seeufer und den älteren Bauwerkenvorgegangenen Veränderungen. Sie werden 4) in der Erforschung von den sestand-theilen des Strandes, des Meerbodens, des wattes und des Mayfeldes, bis auf einegewisse Tiefe , bestehen müssen; 5) werden sie eine Bekanntschaft mit den Wirkun-gen von den Aufschlickungen; von den Anstäubungen des Sandes (in der Nähe woman bauen will) fordern, und es wird 6 ) der Ingenieur die Nachrichten sammeln:aus welcher w T eltgegend die herrschenden winde wehen; wie hoch die wellen gegendiese oder jene Fläche, deren Neigung erkennen mufs, aufrollen Find sich erheben;ob der pfahlwurm an der Küste ist; und dann wird er endlich den Effect der Bauwer-ke, durch wiederholte Tiefenmessungen, in Erfahrung zu bringen haben.

(*) Dazu wird, ohne grofse Kosten zu verursachen, die (S. 145 . u, s, w) mitgetlieilte Methode dienen»

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