Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Der in alten Zeiten angelegte pfähl - und steinbau, dessen wir eben erwähnten, undder von b nach h gieng, wie diefs die beelsny der sehe Karte zeigt, war aber bereits1Ö24 zerstört, und es wurde von c nach b, ein neuer sanddeich, wakkcrdeich ge-nannt, aufgeführt; zu Nordhollands Sicherheit wurde noch 74 Jahr nachher der slaa-p er deich um 6 rufs erhöhet. Alle diese Vorkehrungen gewährten jedoch nur einenprecairen Schutz gegen die stürme aus irordwesten, welche die wellen senkrecht aufdie seewehre anbrandeten. Weder pfähl - noch steinbau konnten diesen widerstehen;durfte man also vom Sanddeiche eine Dauer erwarten? Ja, nachdem^ dieser weiterzurück gelegt wurde, kam er in die alten oeichgruben 1 k zu liegen, und widerstandalso immer weniger dem Meere, dessen Beute selbst das Doi 'f petten (es lag in der Ge-gend von h c) wurde, und so nahm denn der Strand immer starker ab; von 1730 bis1790 betrug dessen Abnahme nicht mehr als 120 Ruthen , ungeachtet man aufs sorg-fältigste die nelmpflanzungen und strohbetickungen betrieb. Unter diesen umständenschienen bessere Sicherheitsanstalten, als die bisher angewandten, nöthig zu seyn; zudenen man sich aber nicht eher entschlofs, bis die hohen sturmfluthen von 1791 und1792 den sanddeich fast zerstörten. Als ich am 18. oct. 1795 dieses Local zum er-stenmal sah, sagte mir der dortige Aufseher, dafs bey der Dezember Fluth von 1792die hohen Barren über den sanddeich gelaufen wären. Da die damalige Beschädigungdieses Sanddeiches, den man mit herabgelassenen schuiten-seegel, an deren EndenGewichte befestigt wurden, zu erhalten suchte, merkwürdig ist, und die von demgeschickten Aufseher nerrn Jan Nierop, während der sturmfluth, gezeichneten Profilegenau sind: so wird es interessant seyn; den erfolgten Absturz des Deiches in der 52.Kupfertafel zu übersehen. Die Krone betrug an einigen stellen nur noch wenig Schu-he, die Gefahr war aufs höchste gestiegen, als sich der Sturm legte.

Ich will jetzt diejenigen Mittel, welche seit 1793 zum schütz dieser seewehrebewerkstelligt sind, anführen. Ware nun der Deich durchgebrochen, so stand dasivia^fekl i() s rufs mit seewasser bedeckt; kein wunder also, wenn man es sich end-lich Ernst seyn liefs, für die Zukunft die Gefahr abzuwenden, und da die committir-ten Räthe vom Norder quartier , so wie die Hoogheemräthe von Hondsboschen, dengünstigen Effect der Delflandschen nöfter erfahren hatten, hielten sie es für nöthig, denInspeetoi den Berger und den Landmesser sabrier , dieser seewehre wegen, um Rathzu fragen. Diese schlugen dann acht perpendiculäre Busch - steinhöfter, wie zu sGra-vesande liegen, vor und zwar Nro. 1 . 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. (t. 43.) So nöthig hier indessen zurErhaltung dieses Strandes und des Sanddeiches auch HÖfter sind, so konnten diese dochnicht allein eine vollkommene Sicherheit gewähren, da die alten Deichgruben (zwi-schen 1 k liegend bey jeder sturmfluth aufborsten und der Deich auf diese weise ab-sackte. Diesem grofsen uebel abzuhelfen, wurden erst Grundbohrungen angestellt,bey denen gefunden ward: oberhalb sandgrund, dann blauer r.lay, Modder und end-lich auf 23 Fufs unter die ordinäre Fluth, fester nlay. Nachdem diese untersuchun-