Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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§. 2Ö. Der seeuferbau vor und längs dem Maarsdiep (t. 45. und 47.) ist äusserstmerkwürdig; denn unter allen Seemündungen an der holländischen miste ist ohneWiderspruch die luüudung des maarsdieps die wichtigste für Holland . Aus ihr laufendie schiffe, von Amsterdam kommend, um den canäl (Ia Manche) zu passiren ; unddann ist das Maarsdiep eine Rhede , wie es deren keine bessere an der Nordsee giebt;insbesondere aber ist es eine solche , seit der Anlage des Seehafens Nieuwendiep gewor-den. Zwey Hauptfahrwasser lassen hier dem frohen Schiffer, der nach einer langenSeereise zurückkehrt in seine vaterländischen Gewässer und in den schoofs seinerharrenden Familie, einen sicheren Eingang finden. Es sind diese das memve - span-jards- oder Nordergat und das Landsdiep (diefs letztere theilt sich in zwey Arme,wovon der eine das schulpengat heifst); ein drittes Fahrwasser, nämlich c (t. 43.),dessen Nähme mir unbekannt ist, welches ich das Mittelgat nennen will, ist nichtfür grofse schiffe tief genug. Die verschiedenen Bänke, vor dieser Seemündung lie-gend , als die Horst , der Noorderhax a und der zuiderhax d, der sollen und die plattezwischen dem Landsdiep und schulpengat , gewähren zwey wesentliche vortheile :■3) Verengen sie das Mündungsprofil. Sie setzen demnach der einströmenden rluth,die heym ordinären Stande 3 Fufs Q zoll, bey Vollmond aber wohl 7 Fufs steigt,Gränzen, und verhindern , dafs in der siidersee keine zu grofse wassermasse ein-strömt. Man gedenke sich nur diese platten fort, und augenblicklich wird man fürdie Existenz Hollands besorgt seyn müssen; denn wie grofs würde alsdann nicht derFluthstrom, in das Maarsdiep einziehend, seyn müssen ? 2) Brechen diese plattendie Gewalt des hochwoogenden Meeres, und gestatten also im Maarsdiep eine vor-trefliche Rhede , die gegen südwesten von den künstlichen Dünen, gegen Süden vonder helderschen miste, und gegen Norden von der Insel rexel gedeckt ist. 3) Dieverschiedenen Einfahrten, die wir vorher nahmhaft machten, erleichtern dem Schif-fer das Auslaufen gar sehr, da sie nach verschiedenen weltgegenden liegen. 4) Sinddiese ranke dem Einlaufen feindlicher Flotten sehr gefährlich, indem das Fahrwasserso nahe am helderschen waal (ufer) läuft. 5) Können die holländischen schiffe selbst dannauslaufen, wenn die Mündung von einer feirilichen Flotte blockirt ist, und zwar durchdas schulpengat, welches so nahe am Gestade fortläuft. 6) Erhallen diese platten dieFahrwasser tief, und indem sie ausserst merkwürdige Bewegungen des Ebbe- undFluthstrom es, von denen wir bald mehr sagen werden, hervorbringen, schwächensie auch die Geschwindigkeit dieser ströme. Wenn wir die von diesen platten be-wirkte Retardation der Flulh und Ebbe erklären wollen, so sind wir genöthigt, denRichtungen dieser ströme selbst nachzuspiiliren , und da ist es denn gewifs, dafs dieNachebben defswegen noch lf stunde durch das Nieuwegat abziehen, wenn die vor-fluth noch in das Landsdiep und schulpengat einströmt, weil diese die Fluth , von siid-westen kommend, einschlürfen; durch jenes aber das vyasser mit dem zuge der