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^chiih Hobe 5 mifs Ausladung bat, so verursacht das treb erlaufen des seewassers, wel-ches alljährlich 4 bis 5mal statt findet, keinen merklichen Nachtheil an dem Deich,ungeachtet die Krone nur 3 bis 6 Fufs breit ist, und diefs ist eine, beym Deichbausehr wichtige Erfahrung. Auch beym seeuferbau ist sie es; denn sie gibt einen Be-weis von der Haltbarkeit grofser Böschungen. In der rhat wird es dem Leser sonder-bar Vorkommen: dafs dieser Deich so niedrig liegt, und keine stärkere Böschung hat!aber seine Bedenklichkeit wird aufhören, wenn er es weifs : dafs die ueberströmun-gen für die Fruchtbarkeit des Eilandes sehr nützlich sind; dafs die Gebäude alle aufaufgewoi’fenen Anhöhen liegen, und dafs die Kosten der Erhöhung dieses Deiches sehrbeträchtlich seyn würden. Auch läfst sich die Dossirung des Deiches ohne grofse Ko-sten nicht verstärken, weil das Terrain an vielen stellen los und morastig ist.
Die Fruchtbarkeit, welche das über den neich gestürzte Wasser dem Eilande bringt,besteht auch in einer Art schlick, und woher anders kann der gröfste Theil desselbenentstehen, als aus der Mischung des seewassers mit dem süssen wasser der Flüsse undCanäle, welche in die siidersee auswässern ?
§• 2Q. Der seeuferbau auf der Insel rlie — mittelst strohbestichung und Helm-pflanzung (Tab. 45.) —■ ist für den holländischen wasserstaat wichtig, da. die seemiin-dungen, welche die Nordsee nSit der siidersee verbinden, weder" erweitert, vertieft,noch vervielfacht werden dürfen. Man hatte also schon längst die zuschliefsung desEyei'lands - Gats r zwischen rycrland und der Insel rlie, mittelst eines Deiches g h i,zu bewirken, Bedacht genommen. Aber kaum waren, nach dessen Vollendung, fünfJahre verflossen, als er im J. 1727 von einer hohen sturmfluth zerrissen wurde. Erward wiederhergestellt, aber auch wieder bey h ( 1756 ) durchbrochen. Die Fluthwar diefsmal mit einem orcan gepaart, welcher durch die Deichöffnung einen grofsenOstindienfahrer trieb, der in der r.inne östlich h strandete. Diese oeffnung betrugdamals 100 Ruthen. Jetzt ist fast nichts mehr von dem Deiche übrig geblieben. Dasrroject, welches der Verfasser einer Karte dieser Insel, Namens Karge entworfen hat;um einen neuen neich von k nach h und i anzulegen, ist nicht ausgeführt worden.
Das Eierlandsgat, diese After- Seemündung erfordert gewifs die Aufmerksamkeitder holländischen Ingenieurs; denn sie wird sich erweitern und vertiefsn, weil diesturmfluthen aus Norden und Nordwesten auf sie gerichtet sind. Auch ist sie der Schiff-fahrt auf der Nordsee gefährlich, denn die Schiffe stranden bey solchen stürmen inoder vor ihr; weil die sturmfluthen einen zug in sie hinein haben. So fand ich da-selbst am 3 . August 17Q8 die Reste eines grofsen americanischen Schiffes, welches ehe-mals dem Meere geboth, auf dem strande liegend. Sollte diese oeffnung weiter undtiefer werden, so dürfte es nöthig seyn, einen Buch - stein - Damm vom Eyerland biszum westlichen Ende der Insel vlie und einige perpendiculäre Busch - steinhöfter da-vor aufzuführen. Dieses Werkes Länge würde etwa 1100 Ruthen betragen. Ein sand-