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die Fluth, die Kais und strafsen von Venedig öfers übersteigen. Kein wunder da-her, wenn der venetianische Staat bedeutende summen anwendete, diesem uebeizu steuern 5 wenn mehrere Mathematiker sich beeiferten, Vorschläge dagegen zuentwerfen. Wir finden in der Raccolta che trattano del moto dell’acque mehrereAbhandlungen über diesen wichtigen Gegenstand, die aber gröfstentheils unausführ-bare und theoretische Untersuchungen sind. Einige wichtige Unternehmungen wur-den indessen vollendet. Es ist nämlich von diesen Lagunen das Wasser der Brenta,der riave, des sile und Marcenigo mittelst Dämmen abgesondert, und längs derschmalen Inselreihe, von Brondolo bis zu dem vor Venedig liegenden Fort, quatrocantoni, stein -, nolz - und Erddämme angelegt. (Siehe Tab. h. und 90.)
Zu den Lagunen zählen die venetianer alle diejenigen, von der täglichen Fluthbedeckten, oder über dieselbe angeschlämmten Bezirke, welche zwischen den, längsdem adriatischen Meere liegenden Inseln und dem Festen - oder urlande sich befin-den. Ihr Grund besteht aus einem fetten Thonboden, der äusserst fruchtbar ist.Auf demselben wächst, wo die Lagunen von der täglichen Fluth verlassen, oder da-gegen mit Dämmen geschützt sind, das üppigste Gras und Getraide aller Art. Dieunter Maria Theresia bey Aquileja gemachten Austrocknungen, welche einen Theilder Lagunen von Marano ausmachen, und die ich im Jahr 1803 untersuchte, so wie dieden Lagunen zwischen dem Tagliamento und der Etsch abgedeichten Bezirke, sindder beste Beweis von der fruchtbaren Beschaffenheit des Bodens, der so vortrefflich ist,dafs man jährlich zwey Erndten auf den eingedeichten Bezirken zieht. Es wäre da-her äusserst vortheilhaft, wenn alle zwischen Aquileja und der piave liegende Lagu-nen, mit Dämmen umgeben und ausgetrocknet würden. Die Lagunen von der piavebis ztir Mündung der Brenta müssen aber gröfstentheils, so wie sie sind, bleiben,weil sonst die Luft um Venedig verderben, und die wasserstrafsen .verschlammt wür-den; es sey denn, dafs man ungeheuere und kostbare Arbeiten, bey Anlegung vonDämmen und Kanälen unternehmen wollte. Nach meiner ueberzeugung sind die La-gunen ehemals Meer gewesen, und nachher entstanden : l) Aus dem Bodensatz, dendie Brenta, welche sich ehemals unweit Malamocco in das adriatische Meer ergofs, mit-führte. 2 ) Aus dem Flufsmateriale der sile, der piave, des Tagliamento und derührigen Flüsse, die sich in die Lagunen einmündeten. 3 ) Aus dem Bodensatz, wel-”eher bey der Vermischung des süfsen Flufswassers mit dem salzigen Meerwasser ent-steht, welches die Beobachtungen, besonders in Holland und den Niederlanden , sounläugbar beweisen. Endlich bestehen die höhern Bezirke der Lagunen aus denverfaulten Gräsern, Seekräutern, Schilf und Rohr, welches alles eine vegetabilischeErde hervorbringt, die so äusserst fruchtbar ist. Die Lagunen liegen jetzt gröfsten-theilsfüber der täglichen Fluth, und der Bezirk (vor Venedig ) ist in Tab. h. punctirt. Der-jenige aber, welcher von der Fluth täglich bedeckt wird, ist darin als wasser ange-geben. In den Lagunen vor Venedig ist die gewöhnliche Fluth einen Fufs niedriger,'