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Wiewohl die venetianer die nachlheiligen Wirkungen von den überstürzendenWellen bey diesen Anlagen erfahren haben, und die in dortiger Gegend, theils desHolzes, theils des nammlohnes wegen, kostbaren pfähle, binnen acht Jahren vom see-Wurm zernagt, von den Bewohnern der nidi gestohlen, oder auch von den heftigenSeebrandungen herausgerissen, und fortgetrieben werden, und die theuern eisernenNägel vom seewasser verkalcht sind: so hat.diese Arbeit kein Ende genommen, undman bauete solche uolzwerke noch in den neuesten Zeiten. Da, wo dieselben vordem Deiche, der grofsen Kosten wegen, nicht beybehalten sind, ist die vordere Bö-schung zwey bis drey schuh dick mit steinen bedeckt worden. Fig. III. Diese Stein-böschung ist zvveyschuhig, und hält sich ziemlich gut. Besser würde sie aber seyn,wenn die glatten steine auf ein Bett von ziegelgraus, dessen man von den altenSchlössern bey Treviso , monselice und Este ( t . f .) genug haben kann, gelegt würde, wiediefs die Erfahrung an ähnlichen werken in Holland mir bewiesen hat, und dessenso oft gedacht wurde. Ein anderer Fehler dieser seedeiche besteht darin, dafs sienicht von gleicher Hohe sind. So liegt der neich auf der Insel Malamocco acht Fufs6 zoll ( f . iy. t . go.); neun Fufs ( f . II,), neun Fufs 2 zoll (Fig. v.) ; dann neun Fufssechs zoll (fig. vi.) über die ordinäre rluth in den Lagunen, wo er doch, nach einem,zur zeit der Aristokratie ausgemittelten Normale, zehn Fufs über diese Fluth gelegtWerden sollte. Diese Vorschrift ist aber nie in Erfüllung gebracht, wiewohl sie nichteinmal hinreicht: weil die hohen wogen, welche bey sturmfluthen entstehen, nochhöher als zehn schuh über die ordinäre Fluth in den Lagunen sich erheben. Es soll-te daher der sämmtliche sesdeich auf der Insel malamocco , zwölf fuJ s über die ordinäreFluth in den Lagunen gelegt werden, um niemals von den seewogen KappenslürZun-gen erhalten zu können.
Als nun die Erfahrung gelehrt hatte, dafs die pfahlwerke keine Dauer verspra-chen, so glaubte die ehemalige venetianische Wasserbau - Kommission, dem Meere,zum sichersten, mit einer starken, aus grofsen Marmorblöcken bestehenden wauer,
Widerstand zu leisten. Es wurde daher an einigen Deichstellen zuerst im Jahre 1740eine solche Mauer, Fig. vn., vor dem Deich, zehn Fufs über die Fluth in den Lagu-nen, gelegt: nämlich, auf der Insel Malamocco eine nammstrecke, und unweit chioz-za, bey sotto Marino genannt, eine längere. Da die construction in der angezeigtenFigur deutlich angegeben ist: so wird hier nur bemerkt, dafs die obersten Fugen derSteine mit rozzolan - Mörtel ausgestrichen sind. Späterhin, nachdem die Erfahrungbewies, dafs die hinter der Mauer, oder dem Murazzo liegende Erddeich, den über-stürzenden wogen nicht widerstand leistete, wurden stärkere werke, Fig. xi. , äufge- #
führt. Der höchste Theil dieser auf der Insel pelestrina errichteten iviurazzi’s liegtzwölf Fufs einen zoll über die ordinäre Fluth in den Lagunen, und dennoch stürzendie wogen über diesen Damm hin, weil er nicht eine sanfte Böschung hat. Im Jahr17Ö0 fand man auch diese kostbare construction nicht hinreichend; die venetianer