Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
553
JPEG-Download
 

553

machten daher die obere Masse des gesammten see- Deiches aus einem steinbau mitzwey Bänken, wie Fi'g. 13. zeigt, und diese werke nennen die venetianer gleichfallsMurazzi. Die Krone dieses Dammes ist zwölf bis vierzehn schuh über die ordinäreFluth in den Lagunen erhoben, und vor demselben liegt ein Steinwurf (scogliere).Da aber über die verticalstehenden Murazzi die wogen stürzen, so ist dahinter einesteinbank a (Fig. 13.) gelegt, die jedoch nicht überall, sondern an deren stelle auchwohl ein Erdstück (Fig. 8 .), oder nichts, als die Oberfläche der Lidi, angetroffen wird.Diese Murazzi findet man nur allein auf paelestrina und chioggia. Sie haben grofseSummen gekostet, und dennoch lassen sie wegen ihrer verticalen wand eine vollkom-mene Sicherheit nicht erwarten: im Jahr 1802 wurde ein rheil davon durchbrochen.Sie haben vor sich, in ungleichen Abständen, auf das seeufer senkrecht liegende, aufTab. h. angegebene nöfter, die auf Tab. 90 ., Fig. 8 ., 9 ., 10. und 14. dargestellt, unddie im Mittel zweyhundert schuh lang sind. An ihrer spitze Z (Fig. 8 .) liegen diesenöfter drey, und an der Wurzel k, sechs schuh über die ordinäre Fluth. Auf denseiten und voran sind sie mit einem steinwurfe von Istrianischen steinen versehen,wie diefs Fig. 8 . und 14. zeigen. Die riefe längs denselben beträgt vier bis fünfzehnschuh bey der Fluth. »

Die Erbauung der gröfsten Murazzi (Fig. 13.} geschah folgendermassen: Nach-dem die Fundamente c und d unter den Hauptmauern mit steinen gelegt, und mitordinären Mörtel bedeckt waren, wurden die grofsen Marmorblöcke h und i, von 24bis 48 icubikschuh , an den seiten des alten Erddammes b, bis zur Ebbe, aufgesetzt.Von dieser Steinlage an bediente man sich zum Mörtel der pozzolane und des Kalkeszu gleichen Theileu: nämlich zu dem äufsern Theile des Werkes. Dann wurden klei-ne steine in o, als unterlagen zu den grofsen Werkstücken /, in gemeinen Mörtel,oder auch ohne denselben sorgfältig gelegt. Die grofsen Werkstücke werden ausIstrien geholt; jede Barke ladet 100,000 venetianische pfund, deren tausend vier cu-bikschuh Stein erfordern. Wie die Werkstücke gelegt werden, ist aus den citirtenFiguren, und denen darauf gesetzten Buchstaben so deutlich zu entnehmen, dafs die weitereErklärung der construction überflüssig wird. Ich bemerke deswegen, dafs daselbst,wo der seedeich nach einer, in Fig. 12. angedeuteten Art angelegt ist, dennoch ander wurzel der nöfter diese eben erklärte Bauart, auf drey bis vier Klafter zu bey-den seiten derselben, statt hat, wie diefs in dem Grundrifs, Fig. 10. in e, a, b, c, dund k angedeutet ist. Diese äufserst kostbare constructionen haben, wie gesagt, demMeere nicht widerstehen können, weil sie den wogen eine verticale wand entgegen-# stellen, mithin den Angriff der wellen vermehren. Hierzu kömmt noch , dafs der zoc-

colo oder rufs von dem steilen Steinwurf (scoliera) nicht hinreichend gedeckt ist,denn so wie die darauf heftig anbrandenden wellen gegen den zoccolo anprellen,heben sie die schweren steine aus ihrem Lager; welche Wirkung dadurch befördertwird, dafs der Frost den pozzollan - Mörtel spaltet, und das Meerwasser, den der Luft

a a a a