Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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aii3gesetzten Mörtel chemisch angreift, daher zerbröckelt. Den beschädigten Theii derMurazzi hat man jetzt abgetragen, und nach der, im Jahr 1778 (Fig. xii.) angefangenenconstruction, erbauet. Zuerst wurde dieselbe auf der Insel paelestrina in Ausübunggebracht, und nach ihr der seedamm auf acht schuh sieben zoll bis auf zehn schuhüber die Fluth in den Lagunen angelegt. Man wird aber sehr bald die Mängel dieserBauart gewahr, wenn man die kleinen glatten und runden Steine betrachtet, womitdie Böschung a des Deiches belegt ist, so wie die geringe Abdachung b des Steinwur-fes, und endlich die unzureichende Hohe des Deiches, dessen Krone nähmlich zweySchuh von der höchsten Fluth überstiegen wird. Daher ist es denn auch kein wun-der, wenn die wogen über den Deich stürzen, und ihn zerreissen; wenn die auf derBöschung liegenden Steine weggespiihlt werden, und die Erddecke blofs liegt. Das fe-ste Liegen der kleinen steine auf der Böschung wird aber auch noch dadurch unmög-lich gemacht, dafs man diese steine auf von Kohr geflochtenen Matten legt, die einglattes unterlager geben. Wie viel besser, weniger kostbarer, und allen Angriffender Seebrandungen trotzend, ist hingegen nicht die construction der neuesteaSeedeiche^Hollands -, weicheich auf rab. 47. dargestellt habe!

Wenn man diese verschiedenen venetianischen Bauarten, welche dem Staate Mil-lionen kostende versuche sind, betrachtet, so kann man sich des Unwillens nicht er-wehren. Sie sind eine vollständige characteristik des Zustandes der Wasserbaukunstim venetianischen, wiewohl die Existenz dieses Landes schlechterdings von einerzweckmässigen Anwendung dieser Wissenschaft abhängt. Auch die Flüsse sind, wiegesagt, zum Theii dergestalt versandet, dafs ihre Betten 5 bis 10 Schuh über dasnatürliche Erdreich liegen. Was aber den seeuferhau anbetrift, so sehen wir Dämmeund HÖfter angelegt, welche dem zwecke nicht entspreehen, indem jene noch im Jahre1802 bey einer sturmfluth zerrissen sind, und diese gänzlich unnöthig waren, wiediefs in der Folge bewiesen werden soll.

$. Ö3. Nach dieser Erörterung der bisherigen Anlagen, kommeich, hier sowohl als inder Hafenbaukunde, zu denjenigen Maafsregeln, welche, meines Dafürhaltens, angewendetwerden mögen: die Stadt renedig und die Lidi gegen alle Angriffe der See, vermittelst derseedämme, vollständig zu beschützen, die Fahrwasser und näfen im Allgemeinen zu verbes-sern, und die Verschlammung der canäle Venedigs abzuwenden. Fürs erste sind die pfahl-werke (p. 4 ., 5. und 6. t. QO.) auf der Insel mdlamocco , wo man dieselben noch anwen-det, gänzlich a b zu sch affen, a) weil sie platterdings schädlich sind, wie diefs die Er-fahrung hinlänglich beweist; b) das Holz binnen acht Jahren vom pfahlwurm zernagtwird; c) die pfähle von den wogen losgewackelt und aus dem Grund geworfen wer-den, welches Treibholz während den seestürmen sodann in den Damm Locher stöfst;d) weil die pfähle von den Bewohnern der Insel häufig herausgerissen und gestohlenwerden, da das nolz sehr thoucr ist. Endlich e) ist jeder pfähl an den horizontal-und schief liegenden Gurtungen mit eisernen nageln befestigt, und bekanntlich wird