Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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bringen. Ja ! selbst ein beträchtlicher Theil von Holland ist um mehrere Jahrhundertezu früh eingedeicht worden, ehe er noch mittelst des Flufsschlammes die nöthige Hohe-—um vom Quellwasser nichts mehr leiden zu dürfen — erreicht hatte. Daher liegendenn auch jezt die i-lüsse Hollands mit ihren Betten sowohl, als mit ihren Oberflächenhöher dann die eingedeichten Bezirke, Polders, genannt. Daher auch zum xheil undwegen der zu niedrigen Deiche, die vielen verheerenden ueberschwemmungen.

§. 10. Die neichUnie mufs nun auch eine solche Richtung erhalten, dafs derceich dem hohen Wellenschläge, dem Angriff des hohen Stromes und dem Eisschube soviel als möglich entzogen wird. Wo sich aber in diesem Betracht eine nachtheiligeSituation nicht vermeiden läfst, mufs das Vorland mit Buschholz und Kopfweiden be-pflanzt, ja es müssen nöfter und Kribben, längs dem ufer, angelegt werden, um dieGewalt des Eisstromes, so wie des eisfreyen Stromes und der wellen; mithin den An-griff dieser Kräfte auf den Deich, zu schwächen. Hülfsmittel, von denen bereits beymFlufs- und seeuferbau gehandelt worden ist. Oder man wird auch, wo der Angriffnicht so heftig ist, sich mit blofsen ufer - Revettements und Belegung der Deichsbö-schung mit steinen und anderm Material behelfen können, als worüber ich untennoch Einiges anführen werde. Ferner hängt die Deichlinic zuweilen von der eigen-thümlichen Localität des neichstaals , d. i. von demjenigen Bezirke, worauf der Deichzu liegen kömmt, so wie von dem princip, dafs man dem Deiche so wenig aus - undEinbiegungen als möglich, geben müsse, ab. Die letztem verstärken nähmlich denWellenschlag, indem sie den wellen keine freye Ausdehnung zulassen, und man setztdadurch also den Deich dem Angriff des wogenden Stromes und Eisschubes aus. Ueber-haupt ist es ein Hauptgrundsatz: dafs man weder dem Strome, noch dem Wellenschlägeoder Eisgänge viele Angriffspuncte des Deiches darbieten darf, mithin die Deichlinie we-der hervorspringend noch zurückziehend bestimmen mufs, so viel es nur immer an-derer Rücksichten wegen. — als öconomische — und die Natur des Terrains es ge-statten , geschehen kann. Auch mufs man in dieser Hinsicht bey der Deichlinie allescharfen Ecken, wenn nicht besondere umstände dieselben nothwendig machen, sorg-fältig vermeiden.

Wenn also z. b. ein Grundbruch im Deiche erfolgt ist, so ist es zweckmäfsiger,den wasserkolck durchzudeichen, wenn er anders nicht zu tief ist, und sein klein-ster Theil innerhalb des Deiches in kurzer zeit und ohne allzu grofse Kosten mit Erde,zur Hohe des Mayfelds , angefüllt werden kann. Ist eine solche Ausfüllung aber zukostbar, so ist die Ausdeichung des Kolckes weit zweckmäfsiger als die Eindeichung.,a) weil der vor dem neich liegende Kolck bey hohen wasserständen zuschlicken kann,und die concave Deichlinie doch noch besser als eine convexe, des Angriffs vom Stro-me wegen, ist b) durch den eingedeichten Kolck ins Band viel Quellwasser eindringt,wenn man ihn nicht mit einem Quelldeich umgiebt; endlich c) ein etwaiger ueber-sturz des Wassers, über den Deich in den Kolck, leicht einen Durchbruch verursa-