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chen kann. Macht aber der nelch zu beyden Seiten des Kelches schon eine beträcht-liche Biegung, so ist es zweckmäfsig, die krummen Deichenden ganz zu verlassen,und sich mittelst einer geraden neuen Deichlinie vom nolck, so viel als möglich land-wärts, zu entfernen, wenn anders wichtige Gebäude eine solche neue Einlage nicht un-tersagen. Auf diese weise wird auch der ausgedeichte Kolck von dem rlufsschlick zu-gefüllt werden können. In diesem Betracht ist es sonach zweckmäfsig, die Deichgru-ben oder den Deichgraben, wo möglich, vor den Deich und nicht hinter demselben zulegen. Damit aber die Deichgruben weder zusammen ein Wasserbecken ausmachen,noch ihr wasser das sie umgebende ufer abspühle, und dieselben eher anschlickenoder sich mit Flufsschlam füllen, so müssen sie mittelt Erdräumen von 12 bis 18Schuh getrennt, und jenachdem der Boden porös ist, vom Deiche weiter entfernt, auchso wenig tief als möglich gemacht, und jede Grube nicht länger und breiter als etwa3Ö schuh seyn.
Wir sehen demnach, daFs es bey der Bestimmung der Deichlinie auf gar man-cherley Rücksichten ankömmt, und dafs man alle nocalumstände (die zwecke, welcheman mit den Deichen erreichen will) so wie auch die HÜlfsmittel, deren man sich zubedienen hat, wohl überlegen müsse, ehe die Lage eines Deiches bestimmt werdenkann. Sie wird insonderheit bey solchem Locale schwierig, wo sich zwey Flüsse vereinigen,die wechselseitig schädliche Eisstopfungen und ueberschwemmungen verursachen. Essollen nähmlicli bey ihm die Deiche beyder Flüsse einen gemeinschaftlichen zweck,d. i. die unschädlich schnelle Abführung der hohen Eisströme bewirken und zur Be-schütz ung der ilufsgegenden beytragen. Wenn nun gleich solche Localfälle unter ein-ander sehr verschieden sind, so wird doch schwerlich ein Fall Vorkommen, den derangehende nydrotect in der Praxis nicht glücklich auflösen sollte, nachdem er sichmit den in diesem werke über den Flufsbau vorgetragenen Grundsätzen und Beyspie-len bekannt gemacht hat. Wie z. b. einer der schwierigsten Fälle, ich meine diegleichzeitig zu bewirkende Bedeichung zweyer Flüsse, wie unter andern die von mir be-werkstelligte Bedeichung des Mayns oberhalb seiner Mündung und des Rheins ober-halb Maynz, die ich unten beschreiben werde, hierüber nähern Aufschlufs giebt.
$. 11. Von der Hohe der rlujsdeiche werde ich nur in der Kürze bemerken:dafs die Krone einen bis drey schuh über die höchsten Anschwellungen des Eisstro-mes reichen müsse, nähmlich bey guter Leicherde und zwar, jenachdem . der Deichdem Strome, dem Eisschube oder auch dem Wellenschläge blofsgestellt ist, höher gelegtwerden möge. Sommerdeiche legt man aber nur einen schuh über das gewöhnliche hohesomrnerwasser. Hätte man es längs unseren Flüssen nicht mit dem Eisgänge zu thun, somöchten die Deiche nur drey schuh über den höchsten offenen oder eisfreyen Strom ,des Wellenschlags wegen , der an grofsen Flössen , wie z. b. am Rhein eine verti-cale Hohe von 2|- Schuh über die Wasserfläche erreicht •— bestimmt werden. Inunserm clima sind wir nun aber einmahl genöthigt, auf die Eisgänge und Eissto-