Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
572
JPEG-Download
 

572

einen festen und sichern neichstaal, und sollte derselbe auch erst von der imnst ge-bildet werden müssen, gelegt wird. Betrachtet man nun das Queerprofil a b c deines Deiches F. 65. t. 84., so ist es einleuchtend, dafs die Gröfse des Widerstandes,womit der Deich dem Angriff und Drucke des Wassers widersteht, keineswegs blofsvon der Gröfse der nrone b c abliangt, wenn diese über das höchste wasser liegt,sondern dafs sie zugleich von der Gröfse der Böschungen abhängig. Die stärke deseeiches ist daher sowohl durch diese, als mittelst jener zu erhalten. Wenn z. b. derneich abc weit über den höchsten wasserstand gebracht ist, dieser widerstand alsodes Deiches Krone nie erreichen kann, so ist es, hydrotechnisch betrachtet, ganz gleich*gültig, ob diese Krone eine beträchtliche Breite hat oder nicht, wenn sie anders nichtzum rufs - oder Fahrwege dienen soll. Man mufs also allemahl die stärke oder Breite desBeichprolils in Rücksicht des höchsten Wasserstandes x y betrachten. Da das wassernähmlich in den Deich nicht oefihungen verursachen darf, so wird man — bey Be*Stimmung des neichprofils — mit der gröfsen Sicherheit zu werke gehen, wenn derDeich da, wo ihn die höchste Wasserfläche bey x berührt, während dafs der Flufs eis-frey ist, bey der befsten Deicherde eine siärke von 6 schuh erhält. Bey einer solchenwasserhöhe aber, welche nur von Eisstopfungen erzeugt wird, und während welcherdie Deiche noch gefroren, also steinhart sind, mag der Horizontalschnitt des Flufsdei-ches — daselbst genommen, wo dieser Fisstrom an dem Deiche streicht — nur 4 bis8 schuh betragen. Bey seedeichen ist diese Dicke des Wellenschlages wegen stärkerzu machen. Sie wird, nach vielfältigen Erfahrungen hinreichend seyn, wenn desDeiches Hohe nach der oben angegebenen Bestimmung angeordnet wird. Liegt indes-sen der Deich dem ström sehr nahe, und ist er dem Eisschube blofsgestellt, so magman dessen Dicke noch vermehren. Man sieht hieraus, dafs die Breite der Krone garnicht allein die stärke des Deichkörpers ausmacht, wie einige gelehrt haben. Ich willdiefs noch mittelst eines Profils von einem dem Eisschube und wellenschlage blofsge-stellten schartdeiche, den ich im Hessen • Darmstädtischen im Jahre 1769 verstärkt ha-be, anschaulicher machen. Vor dem Jahre 1799 war (t. 84. f. ÖS.) das profil ab cd.Der daniahlige Eisschub und uebersturz der Eismassen, dessen Höhe 2 Fufs 9 zollbetrug, zerrifs den Deich bis zur Linie efg. Damit nun in Zukunft das Eis auf dieäufsere Böschung allmählig aufgeschoben, und dessen Angriff abgemattet werde , gabich dem Deichprofil die Fig. abc, also eine äufsere fünfschuhige Böschung. Ichlegte den Deich 2 schuh 4 zoll über den höchsten Eisstrom. Bey diesem höchstenStande des Stromes erhielt der Deich noch eine Dicke von 14 schuh , dessen einschu-hige Krone ist also noch stark genug, weil sie weder von den Eisschollen, noch vomWasser berührt wird. Hätte ich aber diese Krone sechs schuh breit machen wollen,so würde das profil um 75 Quadrat-Fufs gröfser geworden-seyn. Dafs aber dieserDeich überflüssig stark ist, bewies die Erfahrung im Jahre 1800, denn er empfing, nach