Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
577
JPEG-Download
 

me gar keine Einwühlungen verursacht hat, also solche räume, die auf 10 bis 12 FufsAbstand von der Krone auf die Böschung gesetzt werden, den entschiedensten vortheilbewirken. In diesem Betrachte habe ich im Hessen - Darmstädtischen vor den Deichenund auch hinter denselben (um Faschinen- nolz zu ziehen) solche Anpflanzungen be*werkstelligen lassen. Wenn nun auch zu dem bemerkten Abstand von der Krone, einBaum fortgerissen wird, und in dem Deich einige schuh tieie Einwühlungen entstehen, sohat das gar nichts zu bedeuten; denn des Deiches Breite ist so grofs, dafs das kleinenoch gar keine schädlichen Folgen haben kann. Ein Anderes ist es, wenn man mitder Anpflanzung bis zur Krone hinauf geht; dann kann freylich der Umsturz einesBaumes oder mehrerer Baume, den Durchbruch des Deiches zur Eolge haben, wie diefsder Fall längs der Gelderschen yssel gewesen seyn soll.

§. 16 . Die Grundsätze in Betreff der Lage, nähe und Stärke der Seedeiche ha-be ich bereits gröfstentheils beym seeuferbau vorgetragen, ich werde daher nur nochweniges darüber zu sagen haben. Die Deichlinie oder die Lage eines seedeiches mufs,wo möglich, dergestalt placirt werden, a) dafs der Deich auf einen natürlichen, oderkünstlichen festen Deichstaal gelegt wird; b) Er mufs dem herrschenden Seewinde, d.i. dem Wellenschläge und dem Eisschube, soviel als möglich entzogen werden, alsoauch ein grofses Vorland erhalten, c) Die Deichlinie sollte weder Einbiegungen nochAusbiegungen bekommen, weil dieselben den Wellenschlag vermehren, d) Und wennselbst die Form des seeufers in der Deichlinie Krümmungen nothwendig macht, so mufsman die scharfen Ecken, des Angriffs der wellen wegen, dem sie blosgestellt sind, zuvermeiden suchen; solche abrunden , oder mit Flügeldeichen, die mit einer Steinbö-schung auslaufen, oder auch mit seeuferbauwerken decken.

§. 17. Die nähe der Seedeiche betreffend, so mufs dieselbe noch einige schuhüber die höchsten wellen, die auf ihrer Böschung aufrollen, liegen, das ist, etwa zweybis sechs schuh über die höchsten sturmfluthen, und 12 bis 20 Fufs über die spring-fluthen. Also ist man genöthigt, diejenigen Deiche, auf denen der herrschende See-wind aufsteht, höher als die, unter dem winde liegenden Deiche, zu legen. Manmufs demnach über die Höhe der Sturmfluthen und ihr Aufrollen auf schräge, derDeichböschung ähnliche Flächen, genaue Beobachtungen vor sich haben, um weder zuviel noch zu wenig bey der Bestimmung der Deichshöhen zu thun. Von der Stärkedes Profils der See - Erddeiche hängt die Haltbarkeit der Deiche wesentlich ab; aberman mufs nicht denken, dafs sie vorzüglich von der Krone gebildet wird. Nein! Siebesteht gleichfalls vorzüglich in der sanft ablaufenden äufsern Böschung! Diefs be-weifst uns die Erfahrung an den seedeichen bey sas van Gent , an den Kadeichen amFriesischen Gestade, und an mehreren Deichen. M. s. d. seeuferbau. Also ist die Kroneder Seedeiche, wenn sie aus guter Deicherde aufgeführt wird, zu sechs schuh breitgenug. Soll sie freylich zum wege dienen, so mufs man sie breiter machen, und zurgröfseren Festigkeit die Ziegelstein-Ausfüllung anordnen, wenn sie nämlich der Kosten

u d d d