Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
582
JPEG-Download
 

582

vellement des Mayfelds und der Queerprofile des Deiches) mit vier bis sechs schuh langen pfählen und zwey kleinen Marquirgraben, die auch mit einem pflüg oder Hac-hen gemacht werden mögen, abgesteckt. Je nachdem die Lage des Deichstaals aeoder des Mayfeldes steigt oder fällt, werden also die puncte a und e sich einandernähern oder sich gegenseitig entfernen: denn die Hohe des Deiches und die Böschun-gen sind bekannt. 2) Ist der Deichfufs abgesteck oder bezeichnet, so wird die ersteErdlage ab 2. 3. de aufgefahren, oder mit schaufeln aufgeworfen , je nachdem es dasLocal erheischt. Eine solche Lage kann 1 bis 1-J höchstens zwey schuh dich seyn.3) Nach Vollendung dieser Lage wird darauf des Deiches horizontaler Queerschnittvon 2 bis 3 abgesteckt, und zwar alle 10 bis 15 Ruthen oder öfterer, je nachdem dieOberfläche des Mayfeldes abwechselnd hoch und niedrig liegt. 4) Jetzt läfst manden nebenbey zu viel aufgefahrenen Grund a b und d e auf die Lage werfen, jedochso, dafs noch immer über der wahren Böschungslinie eine J Fufs starke Erdlage lie-gen bleibe. Beydes geschieht aber, um den Deichkörper selbst, vermittelst des Fah-rens, die gröfstmöglichste Festigkeit zu geben, ferner damit die Erde der Böschungenbeym planiren von oben nach unten zu herunter gezogen werde, um die Böschungselbst fester zu erhalten. Dafs aber des Deiches Profile nicht mit Latten und pfählenabgesteckt werden dürfen, dessen wird sich Derjenige, welcher selbst Arbeiten zusieht,bald überzeugen: denn dergleichen Latten und pfähle bleiben nicht stehen, sondernwerden täglich, ja stündlich umgefahren. Wird der Deich lediglich mittelst Schubkar-ren aufgeführt, so läfst sich dergleichen Ausfüllnng und Auslattung, welche gleich dieBöschungen angiebt, noch wohl eher in Ausübung bringen, als wenn man ihn mitwagen aufführt. 5) Auf diese gezeigte Art wird fortgefahren, die Erdlagen aufzu-fahren , und die lockere Erdstücke, welche ausserhalb der Dossirung fallen, über dieletzte Lage zu verbreiten, wie in no. 4. gezeigt ist. 6) Läfst man die Lagen mitpferde- sturzkarrn auffahren, so ist es nicht ausführbar, solche in einer mit dem Ho-rizont geneigten Richtung aufführen zu lassen, wie ein bekannter Schriftsteller vorge-schlagen hat; denn die narrn würden leicht Umstürzen. Auch darf man nicht befürch-ten , dafs die Lagen isolirt liegen, weil man die oberste Lage, wenn sie fest zusarti-mengefahren ist, wieder aufhacken läfst, um die nächstfolgende darauf zu schütten,und eine gute Verbindung der Erdmasse zu bewirken. 7) Diese Vorsicht ist jedochnur bey ganz fetter schlickerde nöthig, die sich fest zusammen giebt. Garten- oderBauerde wird während des Fahrens nie so fest, dafs sich nicht zwey Erdlagen mitein-ander verbinden sollten, 8) Ueber jede wurflage, d. i. solche Lage, die mit Holil-schaufeln aufgeworfen wird , sollte eine Lage mit wagen oder sturzkarrn gefahrenwerden, um die compression der Erde, d. i. die Festigkeit des Deiches, zu vermehren.9) Da es aus der Erfahrung, die ich unten aufstellen werde, bekannt ist, dafs dieDeicherde nicht weiter als auf eine Entfernung von dreyfsig Ruthen mit schubkarrn ,weiterhin aber mit wagen oder sturzkarrn , angefahren werden mufs, und die obere