Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
583
JPEG-Download
 

583

tage der geringen Breite wegen nicht mit dem letztem Fuhrwerk aiifgefahren wer-den kann, sondern nur mit schubkarrn: so sollte man zu diesem obern Theil die naheliegende und wo möglich auch die befste Deicherde aufbewahren, insonderheit, wenndie Krone schmal ist. 10) Im Fall keine gute Deicherde , die man wo möglich , im-mer vor dem Deiche nehmen mufs, damit die Deickgruben wieder zuschlicken, zumgesammten Deich vorhanden ist, so mufs die schlechteste zum innern Deichkörper,die befste aber zur wasserseite des Deiches benützt werden: denn die vordere Bö-schung mufs dem Angriff der wellen und des Eisstromes, so wie auch dem Durchdrin-gen des Wassers, widerstehen. 11) Zum innern der Deiche kann man sich auchdes Sandes, der Rasen, und des Kieses bedienen (*), wenn die Oberfläche der Krone,im Fall sie nicht zum Wege dient, nur mit guter Deich erde bedeckt ist, und dervordere Theil oder die äussere Böschung auf eine solche Dicke aus guter Erde be-steht, dafs das wasser durch denselben nicht dringen kann. Bey Sommer- oderueberlafsdeichen mufs aber auch die innere Böschung aus recht guter Deicherde be-stehen, damit das überlaufende wasser keine Einrisse und Abschhlungen verursache.Deiche aber, die man während des hohen Standes der ströme durchgraben mufs, um'gewisse Bezirke mit dem fetten rlufswasser zu bedecken, oder die in das Land ge-tretene ueberschwemmungen in kurzer zeit abzulassen, solche mögen an der Durch-stichsstelle 1 gröfstentheils aus sand bestehen, welcher — durchgegraben — gleich'fortreifst, und dem wasser eine oeffnung darbietet. Solche Deichstellen müssen sichüber die tiefste rage des Erdreichs oder Mayfelds befinden. Damit sie dem wasserwiderstehen, macht man nur den innern Körper von sand, und bedeckt denselben ge-gen den Flufs oder gegen die see mit einer zwey schuh dicken Lage von guter Erde odernlay, und auf der Oberfläche so wie auf der innern Böschung mit einer solchen einenSchuh starken Decke. 12) Damit nun in den aufgefahrnen Lagen keine Höhlungen’entstehen, und um die Festigkeit des Deiches zu befördern, müssen a) die Geleise,welche die sturzkarren machen, immer zugehackt werden; b) in jeglicher Lage mufsman die Deicherde so auffaliren lassen, dafs sie gleichförmig zusammengedrückt wer-de, also die gröfstmöglichste compression entstehe. Mithin müssen auch die Karrn,wenn eine Erdlage die Hälfte ihrer Hohe erreicht hat, den entgegengesetzten Wegein-halten, d. i. auf die anfängliche Abfahrt auffahren. Bey jeder halben Lage müssen dieKarrn aber stets eine und dieselbe Atiffahrt und Abfahrt gebrauchen, um keine Stö-rung beym Fahren zu veranlassen. Zu den schubkarrn müssen bey nassem WetterBohlen gelegt werden, um darauf zu fahren. Und wenn die Erde sehr klayärtigd. i. klebrig ist, so bedienen sich die Arbeiter der nlaysporn, d. s. mit zwey zackenversehene Eisen, die unter den schuhen gebunden werden. 13) Ist nun der Deich biä

(*) Eine ides-wand ist auch wegen des Durchbohren der Maulwurfe, als welchen der Kies zu scharf ist,sehr gut. Diefs gilt gleichfalls vom Mauerschutt und kleinem Ziegelgraus, dessen man sich zu solchen-Auffüllungen bedienen kann.