Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
585
JPEG-Download
 

585

tung der wurzeln und Stubben bedient, seyn. Das Blatt einer solchen Rotthackemufs nur anders gestellt werden , als es gewöhnlich steht. Die schwere dieses Werk-zeuges mufs 5 bis 7 pfund betragen. Dessen Blatt mufs vorne gei'ade und scharfseyn, um mit demselben die Erde abzuschaben. Damit diefs Werkzeug aber in dieschräge Böschung nicht zu tief eindringe, und nur gleichsam abgleitend die vor derBöschung von oben nach unten herabzuziehende Erdkruste abschabe, mufs dessenshneide oder Blatt mit dem stiele nicht einen rechten, sondern einen spitzen Winkelbilden, der kleiner seyn mufs, je nachdem die Böschung steil ist. Wenn die Bö-schung \\ bis vierschuhig ist, so mag der Winkel 70 bis 80 Grad betragen. DasBlatt mufs auch etwas von Z nach 1 gebogen seyn, um mehr Erde zu fassen. Nachder Erfahrung wird man dessen Länge 10 zoll machen, dem stiel der nacke aber eineränge von 3f schuh geben können. Damit die oehse z v des Blattes nicht von demhölzernen stiel r b gleite, so wird er an die mittelst zweyer eisernen Bände w z undccy, um welche noch zwey eiserne Ringe r und s angezogen sind, an den Stiel be-festigt Es ist schon vorne bemerkt worden, dafs man von oben nach unten zu dieErde herunterziehen, d. i. planiren müsse, und das geschieht, um die Arbeit zu be-fördern j und die Böschung fest und regelmäfsig zu machen. Uebrigens mufs die pla-liirung nur stückweise vorgenommen werden, etwa auf 10 Ruthen Entfernung, d. i.zwischen zwey Marquirfurchen, um die heruntergezogene Erde wieder zum nächstenDeichstücke zu gebrauchen. Auch darf der planirer mit einem Mahle nicht zu tiefeinhacken, sondern er mufs die Erde nur gleichsam abschaben, um. eine regelmäfsigeund feste Böschung zu formiren. Bey nasser und sehr trockner Witterung lasse mannicht planiren, weil sich bey der erstem die Erde an die nacke hängt, und bey die-ser die Hacke in die Erde, welche zu hart ist, nicht gut eindringt. Mit dieser Hackekann ein Arbeiter, wenn die Erde nicht zu hart ist, und der Deich beyläufig nachdem Besteck, wie oben angegeben wurde; aufgeführt ist, in 10 Arbeitsstunden ,vier Quadratruthen planiren.

Mufs über die Krone des Deiches eine stark befahrne Landstrasse geben, so istes sehr zweckmäfsig, wenn man dieselbe, etwas breiter als die Wagenräder laufen,d. i. etwa auf 18 bis 20 schuh breit, 2 bis 3 Schub tief aus Mauerschutt oder zer-brochenen Ziegelsteinen, oder auch von Bruchsteinen und Kiesel macht, oder sie garmit harten steinen pflastert. In Holland hat man das Erstcre sehr häufig gethan; jasogar, bey einigen Deichen, die Oberfläche der Krone mit einem pflasterklinker oderZiegel, welche auf die hohe Kante gesetzt sind, gedeckt. An andern Deichen ist dieKrone mit Muscheln, einen schuh hoch, überschüttet. Wo aber alle diese Materialien undweder Bruch- noch Muschelkalksteine zu haben sind, auch die zu solchen Vorkehrun-gen erforderlichen Kosten nicht aufgewendet werden können, da mufs man stets vor demEintritt des hohen Wassers alle wagengeleise zuhacken, und die Krone einen oder zweyschuh höher, als die Hydrotechnik es verlangt, legen lassen, weil selbst die kleinsten

e e e e