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Geleise — beym hohen wasser — grofse Nachtheile hervorbringen Rönnen, wie schonoft die Erfahrung gelehrt hat. Aber nicht allein die befahrnen und nicht chaussirten»eichstellen, sondern auch die Deichfahrten, d. s. diejenigen stellen, wo wego oderTriften über die Deiche gehen, müssen höher als der Deich, und nicht steil seyn.Sie sollten von denen Gemeinden, in deren Gemarkungen sie liegen, angelegt und unter-halten werden, weil der Gemeinde die Unterhaltung aller wege obliegt. Von gemei-nen Eufssteigen gilt ein Gleiches, und privat-Fufssteige über »eiche dürfen nur imhöchsten Nothfall geduldet werden , ja es sollten solche nie in den »eich eingeschnit-ten seyn. Der Privatmann mag sich zu diesem Behufe an dem Deiche eine Treppelegen, die er bey hohen wasserständen wegnimmt, oder es mögen steinerne Treppenauf die »eichsböschungen selbst angelegt werden.
Ein wesentlicher umstand bey allen Erddeichen ist nun die compression der Erdeim »eichkörper, so wie auch die Schwindung. Die erstere mufs man insbesonderezur Berechnung der zur Aufführung eines Deiches erforderlichen Erde kennen, Siehängt eines xheils von der Erdart, womit der Deich aufgeführt wird, ab; denn je fei-ner ihre Körner sind, desto mehr wird sie coinprimirt; andern Theils von der Last,welche während des Baues über die einzelnen Lagen hinfährt, In diesem Betracht istes nicht rathsam, die Lagen dicker als schuh zu machen, welches besonders vondenjenigen gilt, welche mit schubkarrn aufgefahren werden. Endlich ist sie auch von.der Witterung abhängig, indem sie bey etwas feuchter stärker .als bey trockner ist;zum geringsten ist sie aber, wenn die Erdlagen gänzlich durchnäfst sind, wo die Er-de von dem darin enthaltenen wasser ausgedehnt wird. Die Beobachtungen , welcheman also über die compression anstellt, müssen nun aus einem vergleich der locke-ren mit der comprimirten Erde und zwar nach dem körperlichen Inhalte und nichtnach der schwere eines cubikschuh.es Erde angestellt werden, weil in einem wäh-rend nasser Witterung aufgeführten Deiche der cubikschuh Erde mehr wiegen mufs,als in einem bey trockner Jahrszeit aufgeführten. Will man also die Festigkeit der^neiche durch Aufgiefsen des Wassers, während der Arbeit vermehren, so mufs sichdessen nur in geringer Quantität bedient werden, nähmlich blofs bey trockener wit*terung , weil die Erde bey nasser ohnehin angefeuchtet ist. Uebcrdiefs darf man niedarauf rechnen, dafs die neuen Deiche in der Oberfläche im Frühling noch eben sofest seyn werden, als sie es im Herbste, waren; denn der Frost löst, der Erfahrungnach, die im Deiche befindliche Feuchtigkeit so weit auf, als er in den Deich einge-drungen ist, wefshalb dieser Theil locker wird, sobald der Frost von der Frühlings-sonne aus dem Deiche gezogen ist. Es ist daher eine, mittelst starker Anfeuchtungder Deicherde bewirkte Festigkeit nur scheinbar.
$. 22. Was die Schwindung oder das Nachsinken des Deiches, wenn derselbe mittelstpforde - Sturzkarrn aufgeführt wird, anbetrifft, so ist dieselbe nicht so grofs als Einige