Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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596
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fernt stehen. Zu den pfählen selbst aber mufs nicht weit vom Kopfe ein noch einge-bohrt seyn, welches dicht über den zäunen zu stehen kommt. Durch dieses wirdein kleiner Stock queer über den zaun gesteckt, damit die zaungärten nicht auf-springen. Die zäune schlagen dann aus, und weder die wellen noch der Strom oderdie Eisgänge können die vom Buschwerk bedeckten und von den Verzäunungen gehal-tenen Steine fortwälzen. Es versteht sich, dafs man, wenn es seyn kann, diejenigenSteine dazu wählt, welche die mehrsten Ecken haben, als ruf- und Mus helkalksteine,und dafs man die platten Steine als Porphyre und Sandsteine nur auf ein unterlagervon ziegelgraus und Mauerschutt legt, alle Fugen mit Kopfsteinen füllt und auskeilt.Werden die Zwischenräume der Verzäunungen mit grobem Kies gefüllt, so werfe maugegen die zäune etwas Erde, damit sie roden ausschlagen, weil der Kies :zu sehr brenntund den rodenausschlag verhindert.

An der riave liegen Deiche, deren Krone und vordertheil aus einem Mauer-werk von Quaderstücken bestehen, die aber innerhalb eine Erdböschung haben.Diese Dämme haben ungeheure Summen gekostet, wenig Böschung, und ihr rufs istunterwaschen, daher sie gröfstentheils zerstört sind. Man nennt sie dort gleichfallsMurazzi. Sie sind zum Theil von Lorgna, der bekanntlich ein grofser Theoretiker war,angegeben. Man mufs sie gleichfalls zu den steindeichen zählen.

§. 2Q. Von den Holzdeichen werden einige von zwey pfahlreihen formirt, de£mittlere Raum wird dann mit Erde, Kiesel, oder steinen ausgefüllt, und mit Bohlengedeckt, wie denn der neich an der Hafenmündung von Medenblick so aufgeführtist; zuweilen deckt man auch die Böschung eines Deiches mit Holzschwellen undlagert steine dazwischen, um diesen ein festes Lager zu machen. Eine solche con-struction hat z. b. der seedeich von ostende , den ich s. 528 beschrieben habe.

§. 30. Deiche, die mit Stroh bekrampt sind ( strohdeiche ), müssen in der Ober-fläche aus guter und zäher Erde bestehen, damit die strohkrampen halten können*welches im sande nicht möglich ist. Das Bekrampen der vordem Böschung einesSeedeiches geschieht auf folgende weise. Es wird nähmlich auf die von Klay oderguter Erde vollendete äussere Böschung eine strohlage, etwa einen bis dick, gesprei-tet (t. 48.) siehe die F. bezeichnet mit steindossirung bey a c und b d und (t. 84. F. Ö8.)und zwar von unten nach oben mehrere solche nagen. Alsdann bindet der Arbeiterum seinen Leib einen ledernen Riemen, an welchem vorne ein 4 ;/ langes Eisen-blech befestigt ist. Er nimmt hierauf einen gedrehten Strohbüschel g, h t, 84*F; Ö8. oder auch einen lockern Strohbüschel in seine rechte Hand, legt^denselben.der Queere nach über die Strohlage i. In seiner linken Hand fafst er den Krampspaatenf. 6". Dessen Länge richtet sich je nach der Gröfse des Arbeiters; sie ist 2f bis 5Schuh. Mit diesem spaaten, dessen eiserner Theil bc etwa 8 y/ lang ist, sticht der Ar-beiter, indem er sich bückt und das Instrument an das besagte Blech drückt, den