Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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io) Zu kurz dürfen die Hafenstrassen nicht seyn, wenn nähmlich der Hafen mitvielen schiffen belegt ist, und die schiffe nicht frey in denselben auflaufen können $ja ein schiff kann bey hartem winde nur in einer weite von QOO rufs aufgehaltenwerden, es sey denn, dafs man es mit Kabeltauen, die auf dem Hafendamme befe-stigt sind, anhielte. Das wäre jedoch ein gefährliches und unsicheres Manövre 1 Beyeinem für die Schifffahrt beschränkten Hafen, und wenn der Hafen nicht seitwärtsder Hafenstrasse liegt, wird also die Hafenstrasse QOO Fufs lang seyn müssen. Wäresie kürzer, so würde auch der wind und die wellen zu heftig in den Hafen einrol-len. Ganz anders ist es aber, wenn der Hafen grofs ist und eine enge Einfahrt hat, damag man die Hafenstrasse immer abkürzen; denn die wellen, die m die Mündung ein-rollen , verlieren ihre Kraft in der Wasserfläche eines grolsen Hafens.

§. IQ. Von den meerdämmen oder molen werde ich Folgendes anführen, l') Vonihrer mrection : werden nähmlich die Meerdämme zum schütz der itheden angelegt,so müssen sie dergestalt situirt seyn, dafs sie dieser eine solche Ausdehnung geben,damit sie, in Hinsicht der aufzunehmenden schiffe, und der öconomischen Mittel,so grofs als möglich werde. Wird die Rhede zur stationirung einer grofsen Kriegs-flotte eingerichtet, so mufs man, vor der Bestimmung ihrer Gröfse, die Tiefen undden Boden genau kennen, um zu bestimmen , wo die schiffe hinreichendes wasserund haltbaren Ankergrund finden. Auch auf den Abstand, in welchem die Kriegsschiffegelegt werden, d. i. auf die Entfernung von QOO Fufs , mufs man Rücksicht nehmen.

a) Ist die Gröfse der Rhede festgesetzt: so werden die hydrotechnischen Grundsätzees näher angeben, ob der Meerdamm noch einen gröfsern oder kleinern Bezirk ab-schliefsen kann. Man mufs nähmlich darauf sehen, ob diese oder jene Figur desMeerdammes, in Hinsicht der Lage von der Küste, von den Inseln, Sandbänken undder Felsriefs , zweckmäfsiger scy, als alle andere, und ob sie auch die wellen auf derRhede schwächen werde. So mufs z. b. der Meerdamin nach seiner Länge, da, wo derFluthstrom heftig ist, mit einem xheil selten weiter als mit dem andern in dissee hervorragen, damit ein solcher vorstehender Theil von den w'ellen und dem Fluth-strom nicht zu heftig angegriffen werde, keine würbet und widerströme erzeuge.

b) Soll der Meerdamm einen Hafen decken, wie die Dämme von Granville und Gelte,t. 62., von Toulon , t. 60, , und von civita - vecchia , t. 63., so sollte er nicht nurdergestalt situirt seyn, dafs er von dem Hafen die hohen wellen und Brandungenabhält, sondern auch den Schiffen den befstmöglichsten Eingang darbietet, und zueiner Batterie oder Fort dienen könne.

c) Die Hohe solcher Meerdämme, die eine Rhede sichern, sollte wenigstens bis zuy der springflutli gehen, wenn nähmlich die Rhede von der miste und den Inseln,gegen die mehrsten windstriche, gedeckt ist, wie z. b. die Rhede von Cherbourg . Hatdie Küste aber ein flaches ufer, und ist sie allen W'indstrichen, oder doch den herr-schenden seestürmen, blofsgestellt: so uiufs der Meerdamm die Höhe der ordinairen