Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
57
JPEG-Download
 

57

geringer Theil dessen ist, was man hier noch anzuwenden hat: um aus iwedenblickeinen Kriegshafen zu machen. Der Eingang des Hafens ist für die schiffe 116 Fufs weit,und die Hafendämme de bestehen aus hölzernen nöftern, welche mit Brettern, an denSeiten und oben, bekleidet sind und vor denen ein solides steinrevettement liegt. Zwi-schen a und f liegen die schiffszimmerplätze.

Wenn diesem nafen eine gröfsere wassertiefe gegeben werden soll, so sind dieInnern-Häfen mittelst einer bey e anzulegenden schleuse in Bassins zu verwandeln.

Was nun e nkhuysen anbetrift, so ist die Distribution der Innern-Häfen und derBassins sehr vortheilhaft, denn sie haben nicht nur unter sich eine bequeme commu-nication, sondern separiren den Hafenbezirk in mehreren Inseln. Ihre Figur ist zweck-mäfsig und sie haben eine zum Schiffsbau und verkehr angemessene Breite uud schönemassive Kays, auch zwey gute Eingänge; nämlich bey e ist der Eingang für grofse,bey / für kleine schiffe. Die schiffswerfte liegen bey i an dem gröfsten mit der schleus®a abgeschlossenen Bassin; daran liegt auch das Magazin der Marine k und das Maga-zin h der grofsen Fischer-Compagnie, denn die Fischerey zu Enkhuysen ist sehr be-trächtlich. Die Magazine der ostindischen Compagnie und die werfte nehmen dennördlichen Theil der Insel, die zwischen d und f liegt, ein, und sind zum verkehrganz vortrefflich situirt.

Die nördlichen canäle oder Gragten werden mittelst einer Aufziehschleuse n ge-speist, und diese verschiedenen schleusen machen eine zweckmäfsige wassercirculation.

$. 96. Der Hafen von der stadt noorn an der südersee rab. 43 und 63. würdeeiner der befsten Häfen in Holland seyn, wenn es darin nicht den Kriegsschiffen anliefe fehlte; aber für Kaulfardeyschiffe ist er nicht nur vortrefflich, sondern auch durchdie Kunst musterhaft angelegt. Drey grofse Vorhäfen abc sind mit breiten Meerdäm—men cbd — die aus pfahlwänden, vor denen steinrevettements liegen, bestehen — indie südersee hinein gelegt, in denen zwey oeffnungen f und n sind, die der Seemann also; je nachdem der wind südlich oder nordöstlich bläfst, benutzen kann. An dersüdlichen wand des Hafens liegen die w'erfte. Das Admiralitäts-Magazin liegt nörd-lich auf dem Hafendamm s, dessen Breite 130 Fufs beträgt. Längs dem Meerdammcb steht im Vorhafen a eine pfahlwand, woran die schiffe anlegen» Die Bassins; wor-unter d das gröfste ist, werden mit der bey a liegenden schleuse geschlossen, undder kleine Innere-Hafen e, woran ein schiffszimmerplatz liegt, steht mit dem Vorha-fen c in communication, mittelst eines kleinen Canals .

Wer einen Hafen in ein solches Meer, worin die Fluth nicht hoch steigt, anlegenwill, der findet in der Distribution dieses Hafenbezirks ein sehr nachahmungswerthesVorbild, und ich möchte fast behaupten, dafs peter der Grofse dasselbe bey der An-lage von cronstadt b. r. s. 669. vor Augen gehabt habe.

§. 9?« Die Häfen von Haarlingen, rrorlann, nindelopen und stavern Tab. 55 abieten uns sehr wenig Interessantes dar. Der erstere Hafen besteht aus zwey hölzernenII. Bd. o