Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
64
JPEG-Download
 

64

sich hatte.: auf welcher nicht nur die Tiefen, wenigstens so weit, als das Meer Ein-flufs auf den Hafen haben konnte, sondern auch die Richtung der Ebbe und Fluth inihren verschiedenen Perioden und die Wanderung des sandes, so wie die herrschendenwinde genau hätten verzeichnet seyn müssen.

Man wollte jetzt durch Ausbaggern den nafen einigermafsen tief erhalten: aberdieses HÜlfsmittel war unzureichend. So war der Hafen von namsgate ohne hinrei-chenden plan angelegt und 204116 l. st., d. i. über zvvey Millionen Gulden, warenverbauet, als sich die committe'e genöthigt sah: ihre Zuflucht zu einem geschicktenMann zu nehmen. Sie liefs daher an smeaton schreiben, der sich mit Erbauung desLeuchtthurms auf dem Edyston Felsen einen grofsen Ruhm erworben hatte. Er ver-fügte sich 1774 nach Ramsgate , wo er Localuntersuchungen anstellte, die ihm folgendeResultate gaben: das Material, welches von der Fluth in den Hafen geführt war, be-stand aus ein Gemische von Moddererde und sand; dieser war jedoch beträchtlicher,und jene Theile wurden nur eingeführt bey unruhigem Meer, wenn es von der Küstedie Stoffen abspiihlte. Da diese Wirkung der Natur immer dieselbe blieb, so mufsteauch die Anschlämmung zunehmen und smeaton schlug daher die Anlage eines spühl-busens und spühlschleusen vor; jener sollte von dem Hafen mittelst einer Queermauergf abgeschlossen und zwey Abtheilungen durch eine 2te Mauer erhalten, um den einenBehälter mit dein wasser des andern mittelst einer schleuse zu spühlen; ein Vorschlagder auf Erfahrung, dafs die spühlbusen selbst, nach und nach verschlammen, ge-gründet war. Zum Behuf der spühlung wollte er in der seperationsmauer /g neunSchleusen anlegen, viere davon sollten in das westliche und fünle in das Östliche Bas-sin gehen. Die spiihlströme sollten gerichtet werden: zweye nach der concave deswestlichen Hafendammes, dreye nach der des östlichen und viere auf die Miinduug desHafens. Um die spühlsrröme dann noch zweckmäfsig zu dirigen, je nachdem es dieAnhäufungen von Material nothwendig machen würden, wollte smeaton , in dem Ha-fen, einen hölzernen Prahmen gelegt wissen, in Form eines Brückenpfeilers; also eineArt Vorrichtung, wie sich die französische Ingenieure zu Havre und in andern Häfenbedient haben.

Smeatons Gutachten schien indessen keinen besondern Eindruck gemacht zu haben,denn man legte es ein volles Jahr bey Seite und frug dann erst dem Mauermeisterpreston, was er davon urtheile? Dieser hielt nun die Anlage eines spühlbusens fürhinreichend. Hätte er die Grundsätze des Hafenbaues und insbesondere die Verschläm-mungen der Bassins gekannt; auch nur einige Kenntnifs von der Wirkung der spühl-schleusen gehabt, so würde er anders geurtheilt haben, und ich verweise den Leserauf dasjenige, was ich im i. b. von der Situation der Bassins gesagt habe. Zwey spühl-busen. waren hier, der beträchtlichen Anhäufung von Stoffen wegen, sehr zweckmäfsig.Aber zu neun spühlschleusen würde ich nicht geratheu haben, weil drey grofseSpiihlströme einen gröfsern Austiefungseffect hervorbringen können, als neun kleine,wiewohl ihre oeffnungen insgesammt den oeffnungen jener gleich sind.